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September 2012
Endlich, nach über einem Jahr Anlaufzeit befindet sich der pa3X MUSIKANT durch Version 1.5 des Operating Systems in dem Stadium, dass man ihn einem Vergleich mit anderen Keyboards der Mittel- und Oberklasse unterziehen kann.
Auffälligster Bereich dieses Updates 1.5 ist, dass man nun endlich die mitgelieferten Werkstyles vollständig bearbeiten und damit auch als Ausgangsmaterial für neue, eigene Styles im Editor aufrufen und „weiter“ kopieren kann. Der vorher so viel diskutierte "Werkstyle Kopierschutz" ist also endlich weg!
Ansonsten finden sich außer einer einzigen „echten“ Funktionserweiterung im Voice Harmony Bereich nur marginale Problembehebungen in diesem OS.
Neue Sounds, Pads und Styles dieses "Updates" könnte man problemlos auch im alten System 1.3 zum „Laufen“ bringen. Dafür braucht man kein Update.
Trotzdem sind es diese neuen Sounds, Pads und Styles, die in der breiten Masse der pa3X User die größte und auch beste Anerkennung finden. 
Und nach diesem Jahr der Wartezeit und vielen diesbezüglichen Beiträgen im Korg Forum findet sich auch dafür ein ganz bestimmter Grund:
Die meisten der Korg Pa-User sind nämlich gar nicht in der Lage, Stylebearbeitungen in dem Bereich der „Key Software“ durchzuführen, der bisher durch den Kopierschutz unzugänglich war.
Mit dem Bearbeiten von Pads und erst recht dem Soundbereich verhält es sich da nicht viel anders. Natürlich höre ich jetzt den Aufschrei der Entrüstung.
Dabei sollten sich die Aufschreier zuvor nur mal im Forum allein nach den Beiträgen umschauen, in denen es darum geht, wo, wie und was im pa3X in welchem Speicherbereich bearbeitet und gespeichert werden soll oder kann.
Sollte man, bezogen auf diese Beiträge dann diesen Usern noch zutrauen, Styles als Komplett Midifile zu exportieren, richtig in den einzelnen Spuren zu interpretieren und dann auch noch zu bearbeiten.....?
Also nee, diese User wurden durch den Kopierschutz nicht wirklich behindert.....
 
Aber gut für sie ist seine Abschaffung allemal.
Können sie sich doch schon bald Styles beschaffen, die von denen erstellt sind, die, von vielen dafür angefeindet, den „Kampf um die Beseitigung des Kopierschutzes“ mit Korg aufgenommen und schließlich gewonnen haben.
Aber warum soll es hier anders sein als draußen in der Normalwelt. Auch dort gibt es genug Leutchen, die sich gerne mehr oder weniger dezent zurückhalten, hie und da gewisse Schleimspuren hinterlassen und letztendlich davon mitprofitieren, wofür sich andere eingesetzt und sogar blutige Nasen bezogen haben. That´s Life.
Allgemeiner Eindruck 
Mit einem Zwerg hat sie angefangen, mit einem Zwerg wird sie wohl enden, die lange Reihe der Arranger Keyboards, die sich seit Ende der Achtziger des vergangenen Jahrhunderts in meinem Besitz befanden und zum Teil noch befinden. 
Rolands E20 besaß inklusive Lautsprecher so in Etwa die Ausmaße des kleinen Kraftpakets, das nun als Pa3X Musikant in dezentem Silbergrau (speziell auf die Farbe der mir verbliebenen Haarpracht abgestimmt) da vor mir steht und auf eine gute Beurteilung hofft.
Glaubt man den meisten Kommentaren im Korg Forum diesbezüglich, so führt dieses Erscheinungsbild des Geräts nicht gerade zu hohen Erwartungen. Mit seinen nur 61 Tasten noch mickriger als der pa800 des gleichen Herstellers. Der verfügt zwar auch nur über diese begrenzte Tastenanzahl, birgt aber wie bekannt noch ein Lautsprechersystem in sich. 
Und dass genau diese Lautsprecher im Pa3X fehlen, ist für mich schon mal der erste Pluspunkt. Und da ich schon alle Zeit mit 61 Tasten effektiver arbeiten kann, habe ich bewusst auf die ebenso erhältliche 76er Tastatur verzichtet. Der Rücken dankt es mir, obwohl, gemessen an seiner Größe, besser Kleine, ist der Zwerg gar nicht mal so leicht, wie er aussieht. Grund dafür ist wohl das grundsolide Metallgehäuse.
Ich jedenfalls bin eher Anhänger der Untertreibung und hätte keine Bedenken, damit auf die weltbedeutenden Bretter  zu gehen. Und so kann ich für mich die optische Erscheinung des Pa3X Musikant nur begrüßen. Wie sieht das nun aber aus, wenn man endlich mal Hand anlegt. 
Und wieder ein Pluspunkt. Verwöhnt durch das G-70 Tasten-Manual merke ich sofort..... keinen Unterschied. Also zumindest bezogen auf meine musikalischen Fähigkeiten und der damit verbundenen Sensibilität meiner Arbeitswerkzeuge, sprich Handballen und den daran befestigten Fingern.
Und siehe da, auch die am pa800 so schmerzlich vermissten Knöppe sind da.
 
Endlich kann man die Realparts mit ihren Sounds per Tastendruck  zügig an- und auswählen, sehr gut.
 
Und ein klein wenig über das, was man mit diesen Tastern alles so abrufen kann, erfahren wir im nächsten Abschnitt.
SOUND
Physikalische Größen kann man messen, innerhalb einer bestimmten Einheit also vergleichen. Schnell weiß man, was kleiner, größer, dünner, dicker, leichter oder schwerer ist, um nur einige „Messmöglichkeiten“ zu nennen.
Anders verhält sich dies bei „schöner, schlechter, besser“ und anderen subjektiv zu bewertenden „Messgrößen“.
Was nützt einem Yammi Liebhaber, wenn ich sage, dass einige Sounds im pa3X ein „gutes Stück“ besser sind als im Tyros?
Was kann ein Roländer damit anfangen, wenn er liest, dass es Bläsersounds im pa3X gibt, die viel „fetter“ sind als in der Rolandkiste?
Ärgert sich ein Korgspieler, wenn ich behaupte, dass „die Gitarren“ in seinem Key so ziemlich die miesesten am Markt sind?
Ich hätte auch in den letzten drei Sätzen jeweils das Gegenteil behaupten können, würde aber nix ändern.
So bleibt tatsächlich nur die Tatsache:
Ja, auch der pa3X hat jede Menge fertige Sounds an Bo(a)rd. Und auch recht brauchbare „Töne“, die man durch bestimmtes Spielverhalten über die Manualtasten effektvoll beeinflussen kann.
DNC Beeinflussung per Assignable Switches über dem Griffel links am Key benutze ich nicht.
 
Zum ersten sind es nur wenige Charaktereigenschaften eines bestimmten Sounds, die man damit „erschlagen“ kann und die damit zum zweiten schnell langweilig oder gar nervig werden.
 
Zum dritten stören sie u.U. den Spielfluss (wer hat schon drei Hände?) und viertens, und letztlich in der Hauptsache, sind mir die drei Assignable Switches für andere Steuerbereiche viel wichtiger.
 
Aber auch diese Aussagen gehören in den Bereich der „subjektiven Betrachtungsweise“.
Kommen wir zu dem absoluten Highlight in der pa3X Soundabteilung.
Hier schreibe ich einfach sinngemäß das gleiche, wie im Beitrag zum pa800:
Korgs pa3X verfügt über Sound-Bearbeitungsmöglichkeiten, die Yamaha- und Rolandbesitzer vor Neid erblassen lassen.
Hier verfügt man quasi über die selben Möglichkeiten wie die Leute bei Korg, die all die Sounds im pa3X erstellt haben.
Man hat Zugriff auf Hunderte von Samples der unterschiedlichsten „Natur-Instrumente“ und auch synthetischer Klänge. Und wem die noch nicht ausreichen, der kann sich noch das Rasseln seines Schlüsselbunds sampeln und später damit Jingle Bells spielen. 
Nochmal in aller Kürze:
die Soundbearbeitungs- und Samplemöglichkeiten im pa3X (oder pa800) sind großartig, überwältigend. Da könnte also jeder Besitzer nach einiger Zeit die besten Sounds der Welt im pa3X finden (also nach seinem Geschmack, so, wie er eben Hand anlegt).
Das Haar in der Suppe?
Korgs Dokumentation, bzw. Anleitung für diesen Bereich ist entweder überhaupt nicht vorhanden oder beschränkt sich nur auf die Erwähnung des vorhanden Bereichs.....
Von „außen“ betrachtet ist dies für eine Firma wie Korg schon fast lächerlich zu sehen, für die Kunden allerdings höchst ärgerlich.
Darauf angesprochen, wurden noch vor einiger Zeit selbst Mitarbeiter des früher mal hilfsbereiten, fachlich auf der Höhe befindlichen Supports zum geistigen Einzeller. Mittlerweile hat man schon Glück, wenn man überhaupt noch die Eingangsbestätigung einer Anfrage erhält, von einer diesbezüglichen Antwort ganz zu schweigen........

Was man alles mit dem SOUND EDITOR in den Korg Pa-Modellen anfangen kann,  zeigt hier ein Workshop von Alfred aus Siebenhirten.

Aber wer länger im Korg Forum tätig ist, lernt auch hier dazu: „Besser einige tolle Funktionen ohne Beschreibung, als 3 Seiten über simple Hüllkurve, Cutoff, Resonanz und Vibrato-Gewimmer",
eben über Easy-Edit, der bei anderen Herstellern den Komplett-Edit darstellt.
Doch weiter im Text. Die Soundanwahl wurde im pa3X gegenüber der in früheren pa-Modellen verbessert, verschlechtert, modifiziert oder wie andere das sehen wollen und anfangs oft nicht direkt finden.

 

Die Taster-Gruppen, mit denen man in früheren Modelle neben den Performances auch die Soundgruppen anwählen konnte, sind im pa3X nur noch den Performances vorbehalten.
Hier finden wir also ausschließlich komplette Registrierungen für Upper1,2,3 mit zugehörigen ENSEMBLE Einstellungen, sowie den Lower Part, alle möglichen Effekteinstellungen, wie man es eben auch von früher her kannte.
Mit dem STYLE CHANGE Taster entscheidet man, ob der zur Performance gehörende Style ebenfalls ausgewählt wird oder ob man es beim gerade eingestellten Style belässt.
Somit kann man diese Performances jede für sich auch als einzelne STS für den gerade laufenden Style ansehen (dabei bei abweichenden Transpose Werten auf Schließung der entsrechenden Schlösser achten!).
Auch bietet diese Masse von Performances gutes Ausgangsmaterial für die Bestückung von  sowohl Style-STS in einer Styleperformance als auch in Songbook Einträgen. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Na ja, sagt man so schnell, stimmt aber nicht so ganz. Ein paar Grenzen hätte ich schon ganz gerne eingerissen. Dazu an anderer Stelle mehr.  Aber im Großen und Ganzen gefällt mir die hier angebotene Auswahlmöglichkeit ziemlich gut.
An anderer Stelle meiner Homepage schreibe ich sinngemäß:„und irgendwann wurde aus der E-Orgel, die noch nebenbei einige Natur-Instrumente spielen konnte ein Arranger Keyboard, dass noch nebenbei Orgel spielen kann....“
Nun, wie gut kann der pa3X „Orgel“ spielen?
Vor Jahren noch stand für mich felsenfest, dass irgendwann der Klang einer „echten“ Hammond B3 aus meinem Musikzimmer zu vernehmen sei.
Mittlerweile ist mir klar geworden, dass die von mir so heiß geliebten Super-Hammond-Zirp-Blues-Tongebilde nicht automatisch aus dieser Orgel kommen, sondern dass dazu auch der/die richtige Mann/Frau an die Manuale gehört.
Und dass im Gegenzug der/die richtige Mann/Frau am Top Arranger Keyboard ebenfalls Super-Hammond-Zirp-Blues-Tongebilde erklingen lassen kann.
Auch der pa3X verfügt über eine „eingebaute“ Zugriegel Orgel, die ich aber nur ganz, ganz selten einsetze.
Gerade beim pa3X finde ich mit den fertigen Orgelsounds die für mich bessere Lösung für das Orgelspiel.
Beim Roland G-70 verhält sich dies genau anders rum. Dieses Keyboard verfügt nur über recht wenige fertige Orgelsounds meines Geschmacks.
Dafür finde ich die Zugriegel Abteilung des G-70 wesentlich besser gelungen als im pa3X.
Die jeweils zwei Displayansichten beider Keys geben darüber auch Aufschluss. Dem pa3X fehlt nämlich ein wichtiges Feature, um noch ein gutes Stück näher an Hammonds Babys zu kommen. Seht selbst........
Korg pa3X
Roland G-70
Rein optisch wird man da von Roland schon mehr an eine Hammond gesetzt. Korg bietet da gerade mal eine „Tiger-Kofferorgel“. Zudem sind die Schalter für Rotor und Speed bei Korg zwar anwesend, sie zucken sogar kurz auf, wenn gedrückt, den Status ihrer zu schaltenden Elemente zeigen sie jedoch nicht.
Hätte man im letzten Update fixen können, war wohl die Zeit zu kurz. Man schaue zu Roland rüber, was man dort sieht, funktioniert  sogar "mechanisch", besser geht nicht.......
Und das dicke Ende kommt noch. In letzter Zeit wurden in Workshops diverser Fachzeitschriften immer wieder Zugriegel Settings bekannter Stars oder Songs dargestellt. Alle hatten außer den Schieber-Werten auch noch die Auswahl für Vibrato/Chorus angegeben ?!?!
Soviel sieht man schon bei Betrachten der Displays, einem der beiden fehlt da was.
Beide Keyboards stehen vor mir und ich kann auch meinen Ohren einen Vergleich anbieten. Egal, welches Werteurteil man Roland da zuweist, Korgs Zugriegel-Orgel wirkt bei gleichen Einstellungen dagegen stets wie ein billiger Discount Nachbau.
Aber nicht vergessen, bei den Orgelpresets der Sound Abteilung ist Korg den Roländern und auch Yammis haushoch überlegen, wenn auch nur nach meiner Meinung...
STYLES
Spätestens jetzt erinnern wir uns, dass der pa3X von Anfang an in zwei Versionen auf dem Markt erschien, nämlich
pa3X INTERNATIONAL und pa3X MUSIKANT.
Bis jetzt fiel uns das hauptsächlich an der teilweise deutschen Beschriftung einzelner Display Menüs auf. Aber auch spezielle Sounds sind in den einzelnen Versionen unterschiedlich. Ich habe das bisher nicht erwähnt, weil meine Sound Betrachtungen mehr unter dem allgemeinen Aspekt zu sehen sind.
Nun, dies ist bei den Styles so nicht mehr möglich, finden wir doch, neben einigen gemeinsamen, je Version doch eine gänzlich unterschiedliche Stylebelegungen vor.
Die größte Diskrepanz, dass man nämlich die Styles des MUSIKANTEN über ein Jahr lang nicht vernünftig bearbeiten konnte, wurde glücklicherweise mit dem Update 1.5 im September 2012 beseitigt.
Dass die Macher des MUSIKANTEN sich dabei nicht gerade mit Ruhm bekleckerten, weiß heute nur noch die Kundschaft der ersten Stunde, der man damals diesen Kopierschutz so eindringlich und unnachgiebig volltönend erklärte, dass man sich später nur noch wunderte, dass er wieder abgeschafft wurde.
Plötzlich wohlwollend und mit vorher nie dagewesenem Verständnis gegenüber den Kunden.
Verständnis ausgerechnet von denen, die diesen Schutz einst so vehement vertreten haben.
Nun, Souveränität sieht anders aus. Aber sei´s drum.
Endlich konnte man fortan mit dem Keyboard so arbeiten, wie man es in dieser Preisklasse voraussetzt.
Und diesem Tasterbereich zum Auswählen der einzelnen „Style Familien“ sieht man wohl an, dass es sich da um den pa3X MUSIKANT handelt, also der Version für den DACH-Verband (Deutschland-Austria-SCHweiz).
Die Macher des Musikanten haben sehr viele, für besagten DACH-Raum nicht so häufig benötigte Styles des INTERNATIONALEN über Bo(a)rd geschmissen und durch Styles „unserer Gegend“ ersetzt.
Die Befürchtung einiger vieler, dadurch könnte der pa3X MUSIKANT  zum Volks-Schrammel-Key verkommen, ist nach meinem Dafürhalten völlig unbegründet.
Denn auch mit Rock-, Pop- und weiteren härteren Nummern, die früher in unseren Kreisen mal sehr beliebt waren und noch sind, wurde das Style-Material des Musikant gegenüber dem des INTERNATIONAL noch ein gutes Stück aufgestockt. Und die aus dem INTERNATIONAL  verbliebenen Styles sind ja auch nicht ohne.
Optimal angeordnet finde ich die Taster für die Stylesteuerung!
Wer nun an anderer Stelle gelesen hat, wie sehr mich schon die Begleitautomatik des pa800 beeindruckt, wird wohl den Anstieg meiner Herzfrequenz angesichts des pa3X nachvollziehen können.
Waren es beim pa800 noch drei unabhängig von der Variation abrufbare FILL INs, die schnell mein Herz höher schlagen ließen, so finden wir jetzt beim pa3X sogar deren vier und noch einen Break dazu.
Diese Tatsache und das Vorhandensein von Features der Begleitautomatik, die man so in keinem Keyboard der Konkurrenz findet, lassen mich als 110prozentigen Stylespieler und -ersteller im siebenten Keyboardhimmel schweben.
Leider stehe ich da mit einigen wenigen Usern ziemlich alleine da,  ahnt doch das Groß der Korg-Spieler nicht, welchen Schatz sie da unter den Fingern haben.
Die beteuern zwar unentwegt, wie toll die Korgstyles sind und wie gut sie „laufen“ kümmern sich aber einen feuchten Dr... darum, dass es genau diese Ausnahmefeatures sind, die den Erstellern der Style die Möglichkeiten bieten, die denkträge pa-Userschaft mit diesen Styles zu beliefern.
Aber auch an Kunden, die von Yamaha zu Korg wechseln wollen und mehr oder weniger die schlichte Spielweise bevorzugen hat man gedacht. Die dürfen dann die Filltaster links liegen lassen und per zuschaltbaren Autofill von Variation zu Variation schalten, weil, es muss ja nicht immer das Original sein, das Lied.......
Und selbst das klappt noch besser als im Tyros, weil die Sitzplätze der Autofills besser verteilt sind als im Yammi
Was nun die Güte der mit dem pa3X MUSIKANT mitgelieferten Styles betrifft, halte ich es genau wie mit der Betrachtung der Sounds.
Es sind genug vorhanden.
Und was noch besser ist, es sind viele leere Plätze vorhanden. Damit ist dann jedem geholfen, dem der mit den eingebauten Styles zufrieden ist und mir, der ich mit den Editormöglichkeiten Styles erstellen kann, die fast zu 100% meinen musikalischen Wünschen nahe kommen.
EFFEKTE
Was soll ich jetzt bloß schreiben?
Also, die Effekt-Abteilung des pa3X ist ….....grandios, bombastisch, unheimlich..., das ist es.......;
unheimlich ist mir diese Anzahl von Effekten.
Schon im pa800 habe ich es mit Effekten zu tun, deren Namen mir nichts sagen und deren Auswirkungen mir schon öfters einen Schauer über den Rücken gejagt haben.
Und das alles ist im pa3X noch viel, viel besser !
Bei der Produktvorführung erfuhr man, dass man nun praktisch 8 Effektgeräte mit jeweils massenhaft implementierten Einzeleffekten beliebig auf alle Parts
aufteilen kann, seien es Begleit- oder Liveparts.
Nun, ganz so ist es nicht. Die Effekte sind schon in zwei Hauptgruppen unterteilt, Begleitung und Live eben. Auch sind es insgesamt nur bis zu acht voneinander unabhängigen Effekts , wobei bei KORG das Wort bis häufig für „das Kleingedruckte“ steht.
Auch unterliegen die einzelnen "Effektgeräte" einer äußerst speziellen Verwaltung und somit Zugänglichkeit. Da bedarf es schon eines speziellen Kapitels....(lese dazu auch im Bereich "Korg Spezial" nach)
Egal, ich kann es kürzer machen:
Ich kenne mich mit all diesen Effekten recht wenig aus. Ich habe nur die Feststellung gemacht, dass je simpler ein Effekt ist, den man bräuchte, je schwieriger wird’s, ihn unter all den dollen im Angebot zu finden.
  Rechts das Menüfenster für ein einfaches Echo>>>>>>>

 

Ich hätte mich auch nicht getraut, all das hier so zuzugeben, wären da nicht die Korgmitarbeiter, speziell die Style-Ersteller selbst.
Sieht man sich nämlich mal die Effekte und ihre Einstellwerte in den im pa3X mitgelieferten Styles und Sounds an, findet man nämlich in den meisten Fällen immer wieder die gleichen Effekte einer engeren Auswahl.
Die wissen also auch nicht, wo sie die unüberschaubare Menge an Heulbojen und Signalverstümmelungen unterbringen sollen, die Korgleute.
Möglicherweise gibt man ihnen aber auch nicht mehr an Information als im Handbuch für die Kunden......ein jämmerlicher Zustand.
 
Im Ernst, anfangs erschienen mir viele Hall- und Echoeinstellungen gegenüber Yamahas Raumwelten angenehm „trockener“. Später, nach Eingewöhnung oft zu „trocken“.
Aber man kann ja nachregeln, wenn man sich denn mal eingearbeitet hat.
Und sicherlich sind ja auch Effekte im pa3X zu finden, mit denen ein geübter „Fachmann“ was anfangen kann. Was die Effekte angeht, die ich kenne und einzusetzen vermag, habe ich im pa3X nichts besseres gefunden als die, die ich aus früheren Keys der unterschiedlichsten Hersteller kenne und wie es sie so schon seit Keyboard Generationen gibt.
Über brillante Gitarren-Effekte, wie sie der Gitarrist aus Boss- oder Ibanez Tretminen kennt, zB. Chorus und/oder Tremolo, braucht man sich gar nicht erst zu unterhalten, die sind auch heute in den gegenwärtigen Keys noch genau so „effektlos“ wie früher.
Trotzdem, auch der Korg pa3X verfügt über jede Menge vielfältige Effektmöglichkeiten, bestimmte Sounds zu verbessern oder aber auch zu verschlimmbessern.
In dieser Hinsicht ist er auf keinen Fall schlechter, als die Top-Keys der Konkurrenz, aber auch keinen Deut besser.
GESANG / HARMONY
Oh, was war das früher einfach. Verstärker mit Lautsprecher, zwei Eingänge, einer für Keyboard/Orgel, der andere für Gesang. Fertig!
Irgendwann brauchte man mehrere Signal-Eingänge, weil wir es mit mehreren Keyboards oder auch Expandern zu tun hatten oder ähnlichen Gegebenheiten, die eben den Einsatz eines Mixers erforderten.
Gesangsveredler in Form von Stimmverdopplung und sogar Harmonisten erschienen auf dem Markt und es sollte nicht mehr lange dauern, bis die ersten Stimmprozessoren im Keyboard eingebaut waren.
Über „Spielzeug-Status“ kam Yamaha da lange Zeit nicht so recht hinaus. Ob sie es mittlerweile in der Tyros-Klasse besser hinkriegen entzieht sich meiner Kenntnis.
Im Roland G-70 fand ich dann den ersten  „brauchbaren“ - weil sehr gut zu bedienen - eingebauten Dosenchor.
Zugegeben, dieser Chor kam, was das „Singen“ angeht, nicht in allen Lagen an die externen Geräte von Digitech, TC-Helicon oder sogar der „Billigvariante“ Korg ih heran. Irgendwie gelang es mir aber irgendwann durch die Funktion „weniger ist mehr“ recht passable Hörgenüsse zu produzieren.
Sahnestückchen und Hauptgrund dafür, bestimmte Nachteile gegenüber den externen „Supermaschinchen“ zu ignorieren, war die Steuerung für diesen Harmonisten im G-70.
Betrieb man ihn nämlich über die dafür vorgesehenen Einzelausgänge des G-70, waren einem beim schnellen Eingreifen der einzelnen Lautstärken keine Grenzen gesetzt. Die Lautstärke des Keyboards an sich blieb dabei völlig unbeeinflusst.
Drehte man beispielsweise am Poti „VOICE“, wurde nur die Leadstimme verändert.
Folgerichtig war das Poti „HARMONY“ nur für das Volumen des Chors verantwortlich. Die Wirkung für Poti EFFEKTS ist dann wohl selbsterklärend.
Wenn man jetzt noch bedenkt, dass man in der Lage war jedem UPG (bei KORG Performance) oder jedem einzelnen OTS (STS) zwei verschiedene Chöre und/oder Vokalisteinstellung (also gleich drei verschiedene Voice Presets) zuzuordnen, diese keinen endlichen, also begrenzten Presetspeicher belegen (also so viele unterschiedliche Voice Presets wie STS oder Performances), ja was kann da noch besser sein ????
 
Nun, vielleicht ein HARMONIST der Schmiede TC- Helicon, eingebaut  im pa800?
 Was der G-70 Dosenchor nämlich in der Darbietung für die Ohren bot, überbot der im pa800 eingebaute allemal.
In der Bedienung allerdings überhaupt nicht:
Auch der pa800 bot Einzelausgänge für die Gesangsabteilung, auch den Harmonisten des pa800 konnte man vielfältig bearbeiten (im Untergrund der Menüs).
Zugriff hatte man livehaftig aber nur so...>>>>>>>>>
   
Was das jetzt alles mit dem Gesangsprozessor im pa3X zu tun hat?
Ja aber ?! Man schaue sich doch nur mal die drei Potis im linken Bild an.
Also, wenn das nicht meine drei heißgeliebten Potis aus dem G-70 sind.
Endlich kann man stimmenmäßig wieder sofort eingreifen, wenn mal ein Lautstärkenverhältnis nicht so passt, wie zu hause im stillen Kämmerlein. Man kann sich nicht vorstellen, wie froh ich war, diese Steuermöglichkeiten endlich im pa3X wieder gefunden zu haben.
Und damit wären wir wieder beim Thema.... und der rauen Wirklichkeit!
Denken wir mal zurück an des Vorführers Worte bei der Markteinführung des pa3X:
„Sicher kennen Sie das Digital Stage Piano SV-1 von Korg, und sicher kennen Sie auch den Gesangsprozessor Voice Live 2 von  TC-Helicon ?! Beide zusammen für, na sagen wir mal 2700.-€. Und nun stellen Sie sich vor, beide sind im pa3X MUSIKANT wie er hier vor Ihnen steht bereits eingebaut. Ist das nicht eine tolle Sache?“
Unglaublich? Unglaublich!
Soweit sind also die gegenwärtigen Vermarktungsstrategien und -gebaren schon fortgeschritten, dass sich über so schamloses "Butterfahrten Geschwätz" gar keiner mehr aufregt.
Man müsste da mal einen Korg SV-1 User am pa3X auf die Suche nach diesem eingebauten Piano ansetzen.
Und ob da tatsächlich auch noch ein lupenreiner TC-Helicon Voice Live 2 zu finden ist, möchte ich stark bezweifeln. Meine eigenen Erfahrungen mit (viel älteren) Geräten dieses Herstellers sprechen da mächtig dagegen.
Im pa3X mag ein auf Basis des VoiceLive 2 eigens für Korg entwickelter Gesangsprozessor am Werk sein, ob TC-Helicon sich mit diesem Deal einen Gefallen getan hat, lasse ich einmal dahingestellt.
Dabei versprechen die drei Potis der MIKROFON EINSTELLUNG doch recht gute Möglichkeiten der "Gesangsbeeinflussung", oder?
Wer ein klein wenig in der Lage ist, die einfache Darstellung eines Signalverlaufs (auch Wirkschaltplan genannt) zu lesen, schaue sich einmal folgende zwei Signalwege an an:
Dieses Bild zeigt, wie es sein müsste.
Zusätzlich sollte dann allerdings an Poti1 und Taster1 "Lead Level" oder "Solo" statt "MIC" zu lesen sein.
Mit dem Taster wäre es beispielsweise möglich, vorübergehend die Solostimme stummzuschalten während der Chor lustig weiter erklingt.
Oder man könnte mit dem Drehregler die Solostimme in der Lautstärke leicht korrigieren, ohne dabei den Chor ebenfalls zu beeinflussen.
Oh, man könnte so tolle Sachen mit einem logisch funktionierenden Harmonisten tun, hätte Korg das Ding nur tatsächlich von TC-Helicon bauen lassen.

 Nein, man hat sich da lieber der Praktikanten Abteilung bedient und heraus kam dann folgendes:

Hier kann man den Sologesang nicht mehr kurzzeitig verstummen lassen. Denn drückt man mit dem ersten Taster das "MIC" weg, hat auch der Chor keine Lust mehr und schweigt.
Und selbst wenn man das "HARMONY/DOUBLE" Poti völlig zudreht (entsprechender Taster = On), zwitschert der Chor über die Effekte fleißig weiter.
Dass das eingebaute NOISE GATE arbeitet, erfährt man nur, wenn man die EFFEKTE zudreht. Natürlich ist der Solopart dann f...trocken.
Bis heute habe ich unter meinen Musikbekannten noch niemanden gefunden, der ein solches Noise Gate so bescheuert einschleift, überhaupt eine Gesangsgruppe so abmischt, die von Korg können's.

Die Übermittlung dieser „Voice Processor“ Problematik an den Korg Support hat summa summarum gleich Null gebracht, weil nicht mal den Hauch einer Antwort, warum ich auch noch bis heute ein ziemlich gestörtes Verhältnis zu diesem Support - und da besonders zu dem Administrator des Korg Forums – habe.

Durch Kenntnisnahme von ähnlichen Erfahrungen einiger meiner Leser mit den selben Korg Mitarbeitern, wird sich an diesem gestörten Verhältnis voraussichtlich auch nichts mehr ändern. Auch mit ein Grund dafür, dass Mitte 2016 mein Faden zum Korg Forum endgültig zerrissen ist und ich dort nicht mehr zugange bin.
 
Die Latch-Funktion, Kennern der Szene noch aus dem kleinen pa800 Chor bekannt, fehlt im Korgschen Voice Live 2 von KORG völlig.
Dafür hat man eine altvertraute Eigenschaft aus dem pa800 rüber in den pa3X gerettet.
Der EIN/AUS Status eines Voice Presets wird nämlich mit gespeichert und kann von außen nicht beeinflusst werden, den kann man also nicht durch die Performance oder ein STS bestimmen.
Braucht man beispielsweise in zeitkritischen Songabläufen in unterschiedlichen STS das selbe Voice Preset zweimal, einmal zu Beginn EIN und im anderen STS zu Beginn AUS, muss man sich zwei gleiche Voice Presets speichern, einmal für AUS und einmal für EIN.
Schrieb ich an anderer Stelle schon mal „Besser geht’s nicht!“, so kann ich mir hier ein „Dümmer geht´s nimmer!“ nicht verkneifen.
Und so möchte ich zum Schluss noch einmal auf das Update 1.5 vom September 2012 zurück kommen.
Denn hier, im Bereich Harmonist, wurde nach einem Jahr härtester Arbeit und Einsatz der letzten Kräfte endlich die „Oktave Transpose“ Funktion im TC-Helicon Voice Live 2 von KORG nachgerüstet.
Man höre und lese und staune:
außer dem Wegfall des Factory Style Kopierschutzes  ist dies  die einzige , längst überfällig gewesene, editierbare, wahrnehmbare, ergänzte Funktion des Updates 1.5

 

Mein bisschen anderes Fazit:
Der pa3X INTERNATIONAL / MUSIKANT war bis Anfang 2016 das Topmodell, andere sagen Flaggschiff, der Firma KORG und stand auf dieser Position nur dem Tyros (x) von Yamaha gegenüber.
(x) deshalb, weil sich die Modellreihe möglicherweise schon fortgesetzt hat, ehe dieser Beitrag zu Ende geschrieben  ist (nennt man,glaube ich, Key-Inflation). 
Namhafte Hersteller früherer Zeiten sind den Bach runter, im Falle Roland bis heute noch nicht richtig verdaut, erst recht nicht verstanden. Am insgesamt  katastrophalen deutschen Management allein kann es nicht gelegen haben, dafür ist dieses weltweit einfach zu unbedeutend.
Es stehen für Spieler dieser „Gattung“ Keyboards also tatsächlich nur zwei (ernsthafte, nicht exotische) Modellreihen zur Verfügung. Die Anschaffungskosten beider sind so ziemlich auf einem Niveau, berücksichtigt man alle Kosten für ein (individuelles) Drumherum.
Nun, welches Keyboard, pa3X oder Tyros ist das bessere?
Diese Frage ist genau so schnell geklärt wie Mercedes oder Audi, Porsche oder Ferrari, Knorr oder Maggi, Schalke oder Dortmund, Mutti oder Vati, Sein oder Nichtsein, Sekt oder Selters,.............
Einen Unterschied kann man aber schon herausheben:
Yamahas Tyros hat unheimlich viele Käufer gefunden, die gute, abwechslungsreiche Sounds, eine tolle Begleitautomatik mit noch tolleren Styles, und das alles unter einer einfachen, durchdachten Bedienoberfläche, suchen.
Und darum ist der Tyros derzeit das Referenzmodell.
Er ist einfach so, wie er da steht.
Der interessierte Kunde entscheidet, ob er ihm gefällt und ob er ihn kaufen will, oder eben nicht. Und wenn ja, hat er ein tolles Keyboard, und wenn er Glück hat, ist dieses Keyboard auf dem Weg vom Regal zur Ladenkasse nicht mal veraltet.........
 
Was hat nun der KORG p3X dieser Superkiste von Yamaha entgegen zu setzen?
Nun, der pa3X gefällt den interessierten Kunden oder er gefällt ihnen nicht.
Super, und wo ist da der Unterschied zu Tyros?
Der Tyros ist eben so wie er ist, und wird so bleiben bis zu seiner Verschrottung.
 
Der Korg pa3X hingegen, mit all seinen umfangreichen Editier- und Einstellmöglichkeiten,
kann vom jeweiligen Besitzer so in allen Bereichen verändert und angepasst und
verschönert werden, bis er eben jeweils diesem einen Besitzer
besser gefällt als alle anderen Tyrosse dieser Welt.
Denn wie gesagt, Tyrosse sind innerhalb ihres bescheidenen Bearbeitungsrahmen alle gleich und darin gefangen...
 
Und ich denke, dass mir die Verkaufszahlen beider Modelle recht geben, wenn ich sage:
Die Masse der Keyboardspieler ist mit Tyros zufrieden, passt eben an den meisten Stellen, und wenn nicht, was soll´s, muss ja nicht immer das Original sein, das Lied (altes Yamaha Sprichwort)...
Aber da gibt es ja dann noch die Tüftler, die Schrauber, die musikalischen Individualisten. Und da ist es ein Segen, dass wir wenigstens einen von zwei Herstellern auf dem Markt haben, der (fast) alle Schrauben (noch) offen legt.
Einziges Bedenken meinerseits: Korg selbst ist diese gegenwärtige Situation so noch gar nicht bewusst, sonst würde man bessere Handbücher und Dokumentationen und somit "Wissen" unter die Leute bringen. Denn auch da gibt es keinen Diskussionsbedarf, das sieht jeder Blinde mit einem Krückstock:
Die besseren Handbücher, die hat Yamaha..........
Doch es bleibt:
Wer mit seinem Top Keyboard nicht NUR spielen will (nach dem Muster tausender anderer),
wer seine Musik  individuell gestalten und außerhalb des musikalischen Einheitsbreis spielen will,
der kommt derzeit an KORG nicht vorbei.
Leider trägt Korg mit neuen Modellen derzeit relativ wenig dazu bei, dass dieser Zustand anhält.....
Hier stand mal ein Beitrag über Yamahas Ensemble Funktion.....

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