Mein BK-5 von Roland
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Wie Ihr wisst, habe ich mir ein Roland BK-5 Keyboard zu meinen pa´s gestellt.
Wenngleich ich dieses Gerät nur zum Abspielen und Bearbeiten meiner Roland Styles gebrauche, so habe ich dabei dennoch genug Eindrücke zum Gesamtprodukt sammeln können.
Hier nun einige davon:
Meine haptische Wahrnehmung:
Roland G-70 und Korg pa3X in ihren Blechkleidern erleb(t)e ich als grundsolide, voll Vertrauens erweckende Vertreter ihrer Art. Dass auch ein Kunststoff Gehäuse zu dieser Gattung beitragen kann, beweisen Korgs pa500 und folgende.
Yamaha Keyboards im Plastik Gewand (ich weiß, ist auch Kunststoff) machen rein äußerlich auf mich einen höchst billigen (Spielzeug) Eindruck.
Und Rolands BK-5 hängt irgendwo dazwischen. Man merkt sofort, dass die Designer alles versuchten, diese Produkt teurer erscheinen zu lassen, aber in meinen Augen ist dies total misslungen.
Auch ohne Preisschild erkennt man das Bk-5 unter allen anderen Fabrikaten und Modellen als ein billiges.
Man weiß, wie ich das meine?!
Was die Tastatur angeht, so merkt man auch hier den Rotstift.
Man braucht zwar keine Angst zu haben, dass sie gleich auseinander fällt. Aber in einer hellhörigen Mietwohnung, mit Kopfhörer gespielt, lässt sie sich doch sehr gut orten. Beim Spielen von „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“ erspart man sich damit ein authentisches Sample.
 
Aber schalten wir das Kistchen mal ein, und......uups, schon da. Schneller geht nicht......
Was man nun tief aus den Innereien dieses Keyboards rausholen kann, ist für diese Preisklasse fast schon sensationell. Hier findet man 90% der Funktionen und Features des ehemals großen Bruders G-70, mit allen Vorzügen und sogar den alten Bugs von damals.
Man muss sie nur tief im Gewirr der zahlreichen Untermenüs finden.
Soll heißen:
Schnelle, spontane Bedienung so gut wie unmöglich.
Dazu kommen Features, die nur Schreibtischtätern einfallen können. Man hat beispielsweise zwei Realparts (Up1 und Up2) für die rechte Hand, allerdings lässt sich UP2 nur zu- und abschalten, jedoch nicht allein spielen. Bescheuerter geht nicht. Aber wie gesagt, vieles geht „hintenrum“ (z.B. über Zuordnung des optionalen Fußschwellers).
Alle Bereiche der Roland Stylestruktur (selbst aus dem G-70) sind im Bk-5 zu finden. Und da gibt es Sachen, da träumt sogar ein Korg pa3X nachts davon.
Nur, wer einen G-70 nicht kennt oder früher mal einen hatte, aber nie „kennen gelernt“  hat, braucht diese Dinge im BK-5 gar nicht erst zu suchen...................
 
Blieben noch die Sounds. Nun, deren Beurteilung ist ja bekanntlich nur subjektiv möglich. Und so auch mein Empfinden darüber.
Jedenfalls wurden im BK-5 nicht viel G-70 Ursounds verarbeitet. Einige Bläsersounds sind echt super, sogar so in den Korgies nicht zu finden. Waren damals im G-70 die E-Gitarren noch leicht über den Korgs, und trotzdem nicht gerade umwerfend, so hat man es im BK-5 geschafft noch miesere Gitarren als in den pa´s einzubauen. Aber alles in allem erreicht das BK-5 da einen - bezogen auf den Preis - guten Schnitt.
Eines hat man bei Roland mittlerweile erkannt und gegenüber früher geändert:
Die externe Speicherverwaltung ist endlich für gaaanz normale Computernutzer zugänglich. Man muss nur wissen, was ein USB-Stick ist und was man damit machen kann.
Und damit Anzahl der Userstyle Plätze: Tausende, begrenzt nur durch Speichergröße des USB-Sticks.
Und weil wir gerade bei Styles sind:
Werkstyles sind nicht ganz so viele eingebaut, wie in den einstigen großen Schwesterschiffen. Auch lassen sie sich nicht (mit einem Trick in G-70 und E80 möglich) bearbeiten und an gleicher Stelle überschreiben.
Einige Styles aus G-70 und E80 wurden übernommen, einige kamen ganz neu hinzu.
Alles in allem überzeugen mich diese Styles im Grundmaterial mehr als die Factory Styles aus Korgs pa-Kisten.
Mit einer dicken Ausnahme: In den Rubriken World 1 und 2 finden sich viel zu viele „unserer Kultur“ fremde Styles.
Für die Kollegen dieser „uns fremden Kulturen“ sind dies allerdings immer noch zu wenige. Für beide „Fakultäten“ also jeweils nutzlos verbratener Speicherplatz. Da sollten sich die Roländer mal bei Korg schlau machen........
 
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Ein Keyboard, ein Keyboarder - mit dem Debut des BK-5 setzt Roland einen weiteren Meilenstein in der Geschichte der Instrumente mit Begleit-Automatik. Das BK-5 bietet frische, hochwertige Sounds unter einer einfachen Bedienoberfläche mit hochentwickelten Features. Es ist der ideale Partner für die One Man-Band sowie für alle anderen Musiker.
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So die Werbung von Roland.
Diese  Meilensteine sind – wie gesagt - uralt und auch der gesamte Rest der „Huldigungen“ maßlos übertrieben.
 
Alleinunterhalter, die durch ihre Erfahrung und auch ihre Fähigkeiten irgendwann auf die Top Keyboards der unterschiedlichen Hersteller „gestoßen“ sind, werden wohl nie auf die Idee kommen, ihr Programm mit einem BK-5 oder ähnlichen zu bestreiten. Dafür ist dieses Keyboard einfach nicht geeignet.
Für alles anderen, Hobby, Schule und weiß der Geier was, für 813.-€  absolut unschlagbar und unbedingt zu empfehlen........,

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