Hier gibt´s ein kleines Vorwort zu diesem Beitrag

Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Roland E-A7
Irgendwie fällt dieses Keyboard aus dem Rahmen und passt so auch irgendwie zu meiner Homepage, die laut einem Psychologen und Philosophen aus Sachsen nach dessen eigener Aussage und Rechtschreibregel als etwas „kunderbunt“ erscheint. Bedauerlicherweise hat er sich beim Betrachten dieser Homepage dadurch einen Augenkrebs eingefangen, der mittlerweile auch schon die äußeren Hirnwindungen angefressen hat.
Und ich gebe ihm da sogar recht. Der Roland E-A7 Expandable Arranger wirkt mit seinen vielen Knöppen einerseits gut aufgeräumt, andererseits erschrickt man sich fast angesichts des scheinbaren, bunten Durcheinanders.
 
Auch irritieren einen da erst mal die beiden mickrigen Displays. Sie tragen eher nicht zu einem befriedigenden Eindruck über Haptik und Bedienung dieses Keyboards bei. Diesbezüglich wird man aber nicht bestätigt, eher angenehm überrascht.
Denn man kann den E-A7 ruhig mal kräftig anpacken, das verwindungssteife Gehäuse aus Kunststoff macht dabei einen guten, soliden Eindruck und lässt sich durchaus mit dem des Korg Pa800 vergleichen.
Auch Drucktaster, Dreh- und Schieberegler scheren da nicht aus. Und wenn ich die Tastatur meines Medeli AKX10 in etwa mit der eines Yamaha PSR-SX900 auf die qualitativ gleiche Ebene stelle, so empfinde ich die vom E-A7 Lichtjahre von den beiden entfernt, und zwar in positiver Richtung. Diese Tastatur ist der des Pa800 mindestens ebenbürtig, wenn ich mich recht erinnere eher vergleichbar mit der des G-70, einem PSR-SX900 jedenfalls haushoch überlegen.
 
Aber alle diese Betrachtungen tragen zwar zum ersten Eindruck von einem Keyboard bei, treten aber erst mal in den Hintergrund, wenn man den „On“-Taster betätigt und somit auch die Ohren zum Einsatz kommen.......
 
Was ich nun hier in Gegenwartsform schreibe, habe ich natürlich nicht gerade jetzt erst erfahren und herausgefunden, sondern ist das Ergebnis einiger Stunden, die ich mittlerweile an diesem Keyboard verbracht habe. Die Bedienungsanleitung soll dadurch natürlich nicht ersetzt werden. Trotzdem soll zum Ausdruck gebracht werden, was man mit diesem Keyboard alles machen kann, welche Funktionen über die anderer Hersteller hinausgehen, oder aber auch ob und wo es an Stellen hapert, die in meinen Augen dann zu Punkteabzug führen....
Drücke ich nun also den „On“- Taster, dauert es zwei Sekunden länger als beim Medeli AKX10, und der E-A7 ist spielbereit.
Somit ist auch dieses Keyboard prädestiniert für „schnell mal was auszuprobieren“.
Ich greife „C-Dur“ und es geht sofort los.
Und wie genau es losgeht kann man in einem nur dafür vorgesehenen  Performance-Speicher mit dem Namen (und Taster) „My Setup“ einstellen, der dann immer als erstes aufgerufen wird, wenn man das Keyboard einschaltet, also neu startet.
In den beiden Displays kann man diese Einstellungen anwählen, gegebenenfalls ändern und neu abspeichern. Unmittelbar nach dem Bootvorgang zeigen die Displays Informationen über Style (linkes Display) und Soundbelegung der einzelnen Real-Parts (UP1, UP2, UP3 und LWR) an. Im rechten Display lassen sich diese Parts mit anderen "Sounds" versorgen.
 
Bei den diesen Displays handelt es sich nicht um Touch-Displays. Auswahl und Einstellungen kann man also ausschließlich über die drumherum angeordneten Taster vornehmen. Einige Handlungen lassen sich so sehr leicht, intuitiv bewerkstelligen, andere erst nach langem Suchen und Wälzen der Bedienanleitung. Dazu komme ich aber später noch ausführlicher.
Sich einfach mal zwanglos durch die Style-Ebenen zu steppen, hält aber keine hohen Anforderungen bereit, bietet aber dann doch einige Überraschungen, gute, sowie nicht so gute.....
 
Styles:
Die Anzahl der Factory-Styles ist in der Bewerbung des E-A7 mit „mehr als 600“ angegeben. Man hätte auch „fast 700“ schreiben können, denn genau sind es 695.
Dabei muss ich diese Styles nicht durchzählen, denn sie sind im Speicher vor ihrem Namen mit durchlaufender, vierstelliger (!) Nummer versehen. Aufgeteilt sind diese vielen Styles in 9 Kategorien, was dann auch bei genauem Hinschauen die Vermarktungsphilosophie Rolands offenbart.
Man spart sich so nämlich länderspezifische Versionen, indem man zu den in „unseren Kreisen“ gewohnten Styles die aus anderen „Kulturkreisen“ dazu packt. So gibt es für „unsere“ Regionen in den acht Kategorien „8/16 Beat“ bis „Ballroom“ insgesamt 303 Styles. Die meisten davon, nämlich 58 finden sich in der Kategorie „Dance“, die wenigsten, nur 14 fristen in „Bossa/Samba“ ein einsames Dasein.
Alle restlichen  392 Styles finden sich dann unter Taster „World“, dort wiederum aufgeteilt in unterschiedliche Kulturkreise, die da sind „Indonesia; Vietnam; India; Thailand; China; Khaligi; Oriental; Maghrebi; Turkey; East Europe; Latin Amerika und Brazil“ Somit ist dann auch die kleineBossa/Samba“ Kategorie für unsere Breitengrade entschuldet (vielleicht sogar überflüssig (?!), weil besser den "World" Styles zugeordnet).
Spiele ich mich nun „querbeet“ durch erst mal „unsere“ Kategorien, so erlebe ich da förmlich ein Wechselbad der Gefühle. Es handelt sich nun mal um ein Roland Keyboard, und so finde ich viele Styles, die sich, wie ich es erwarte, auf Augenhöhe mit denen anderer Hersteller befinden, nicht höher, nicht tiefer.
Und es gibt Styles, die weit über diesem Niveau liegen, absolute Spitze.
Aber es gibt auch Styles, die sich eigentlich nur zum Wegschmeißen eignen. Nicht mal das „tonale Material“ ist hier die Ursache meiner Missbilligung. Diese Styles sind einfach nur hundsmiserabel abgemischt.
So habe ich einen „Bigband-Style“ gefunden, bei dem ich erst dachte, ich hätte den Bass versehentlich gemuted. Nein, der spielt mit, aber nur hörbar, wenn ich alle anderen Spuren abschalte.
Bei (wenigen) anderen Styles hat man offensichtlich vergessen eine Tonumfang-Untergrenze für den Bass einzustellen. Da „wulmt“ und "wuult"es bei bestimmten Harmonien nur noch.
 
Aber im Gesamtbild gesehen, handelt es sich dabei nur um „Ausreißer“. Mit der „Make Up“ Funktion kann man auch solche Styles den anderen „Guten“ anpassen. Allerdings muss ein betreffender Style dann als User-Style neu gespeichert werden (dazu aber später mehr).
Spiele ich mich nun durch die Ebenen der „World-Styles“, bin ich wohl nicht in der Lage da ein „Werturteil“ abzugeben, sind mir diese Kulturen musikalisch doch ziemlich fremd. Und doch habe ich dort jede Menge Styles gefunden, die man mit der weiter oben erwähnten „Make UP“ Funktion durchaus in unseren Bereich  integrieren könnte.
 
Nun noch einige Bemerkungen zu den Styles und diesbezügliche Funktionen, die für mich möglicherweise wichtiger sind, als dies vielleicht für andere, wenn nicht sogar die meisten Keyboardspieler der Fall ist:
Auch im E-A7 gibt es (wie in der BK-Reihe) nur vier Fill Ins, positioniert wie bei Yamaha. Dies hat sich leider so durchgesetzt und muss deswegen auch nicht mehr diskutiert zu werden, ist eben so !
Im E-A7 gibt es aber auch noch einen „Break“, und der erweist sich an dieser Stelle als „Lachnummer“.
 
Offensichtlich wurden bei der Entwicklung des Keyboards ausschließlich von irgendwoher  vorhandene Styles eingesetzt, bei denen kein zusätzliches „Break“-Element erstellt war.
Da nun mittlerweile in den Modellen anderer Hersteller dieser "Break" längst zum Standard gehört, musste so etwas nun auch in den Roland. Aber 695 „Breaks“ neu erstellen ???
„Machen wir doch einfach eine Funktion, die den laufenden Style bei  (oder ab) Auslösung für den Rest eines Takts stumm schaltet, nennen das ganze dann "Break" und fertig !“, dachte sich da ein Entwickler, und so wurde es gemacht. Billiger geht nicht, sowohl kostenmäßig für Roland, als auch im Empfinden der User und vor allem aus musikalischer Sicht !
 
Dafür hat mich dann diese Tastenanordnung wieder besänftigt. Ist sie doch mit verantwortlich, dass ich mich mit diesem Roland Produkt überhaupt näher beschäftige.
Endlich ist es in einem Roland Keyboard möglich Intros und Endings individuell mit jeweils eigenem Taster auszulösen. Ob das nun andere Keyboardspieler nicht so sehen, für nicht so wichtig halten, mich begeistert´s.
 
Nicht so begeistert bin ich vom Rest der Intro-Ending Abteilung:
Immer noch sind dort (also bei Roland) in Intro/Endings 3/4 regelrechte Overtüren/Grand Finales zu hören, viele sind dazu immer noch unpassend zum restlichen Style instrumentiert, da ist sich Roland treu geblieben. Erstellt man Styles selbst, ist dies natürlich nicht von Bedeutung.
Dafür sind andere Eigenschaften leider nicht mit denen aus AKX10 und/oder Pa800 zu vergleichen, weil, nicht vorhanden:
Endings lassen sich (beim Starten eines Musikstücks) nicht als Intro zweckentfremden.
Aus endlos langen Intros kann man nur über Auto Fill vorzeitig in Variation überleiten, ansonsten kann man Intros nur komplett abspielen.
Intros und Endings können nicht, wie im Pa800, durch Doppelklick als Loop gespielt werden (also bis zur Anwahl eines neuen Style-Elements).
 
Viele Keyboardspieler werden jetzt mit den Schultern gezuckt haben, weil sie dies nicht so eng sehen wie ich. Man darf mir aber glauben, dass sich mir mit den entsprechenden Funktionen von AKX10 und vor allem Pa800 in diesen Bereichen Möglichkeiten erschließen, die mich AKX10 und Korg Styles für Musikstücke erstellen lassen, die dem Yamaha- und Roland User verwehrt bleiben.
 
Einen Trost gibt es da allerdings. Da mir drei Intros oder Endings vollkommen ausreichen, baue ich mir in zukünftigen selbsterstellten Roland Styles das Intro1 als „richtigen“ Break.
Damit sollte über die Styles des Roland E-A7 genug gesagt sein.
Wie man sie dann in „User Programs“ (entsprechen Performances oder Registration Memory) einbinden kann, soll ein eigener Punkt in diesem Bericht werden.
Schauen wir uns aber zuerst die Sound-Abteilung an.......
Sounds:
Bei der Auswahl der einzelnen Soundes des E-A7 beschränke ich mich erst mal nur auf den „Real-Part“ UP1.
Äquivalent zu den Style-Auswahltasten links neben dem linken Display finden sich rechts vom rechten Display die Anwahltasten für die 1575 Sounds. Auch diese sind nach dem Schema der Styles aufgeteilt.
In den Kategorien „Piano“ bis „Synth“ finden sich 1019 Sounds, die man den überwiegend „westlichen Breiten" zuordnen kann.
Die Kategorie „World“ verfügt über insgesamt 556 Sounds, melodiöse und auch perkussive . Blieb noch die „Drum-Abteilung“ mit 101 Drumsets. Diese Kategorie ist dabei auch die einzige „ungeteilte“.
Alle anderen enthalten nämlich jeweils mindestens zwei oder auch mehr „Unterabteilungen“, beim PC würde man von „Unter-Ordnern“ sprechen. Im folgenden Bild habe ich mal diese Unterordner für die einzelnen Sounds innerhalb dieser Kategorien dargestellt.
Im Großen und Ganzen ist diese Verteilung innerhalb der Kategorien auch stimmig. Es gibt aber auch einige Beispiele, wo ich Sounds vergeblich in Kategorien gesucht habe, wo ich sie am ehesten erwartet, und dann aber dort fand, wo ich sie am wenigsten vermutet hätte. Mit der Zeit kann man aber auch dieser Unlogik folgen und findet schließlich (und dann auch immer öfter) „seine“ Sounds.
 
Und was ich dann da höre, entspricht dem, was ich schon bei den Styles feststellen durfte. Ich sitze an einem Roland Keyboard und erwarte Sounds, die mir gefallen. Und diese Sounds im E-A7 gefallen mir. Nicht zu vergleichen mit denen eines BK-5, die mich wahrlich nicht vom Hocker gehauen haben.
Ein Roland Vorführer (wie einst Ralf Schink) würde in der Piano Kategorie wahrscheinlich das beste Grand Piano  aller Zeiten finden und anpreisen. Ich denke da etwas kleiner und denke: „Pianos? Klingen mindestens passabel !“
Zugriegel für Orgelfußlagen sucht man vergebens. Dafür finde ich fertige Orgels, über fünfzig Stück, und nicht wenige davon sind genau nach meinem Geschmack. Sogar meine alte Lieblingsorgel aus dem G-70, die „All Skate“, fehlt nicht. Einst für meine Ohren die einzige gute Orgel unter vielen „Na-ja-geht so-Organs“ im besagten G-70, hat sie heute sogar noch einige sehr gute Kollegen mit in den E-A7 gebracht.
 
Akkordeons gibt es nicht so viele, wie in meinem alten Pa800, wobei, die wenigsten aus diesem Pa800 benutze ich. Da hat sich mein Geschmack auf drei bis vier festgelegt. Und davon gibt’s im E-A7 dann trotz Unterzahl doch mehr (also, von den guten).
Der E-A7 verfügt nicht über Aftertouch, und das macht sich bei den Harmonikas (4 Stück) dann doch bemerkbar. Da bleibt der Pa800 uneinholbar vorne.
 
Aber nun die Gitarren! Hat Roland es fertiggebracht, in das BK-5 noch schlechtere Gitarren einzubauen, als ich die aus dem Pa800 so empfinde, so kann das dem Preis geschuldet sein. Mitbewerber Medeli zeigt allerdings auf, dass man gute Gitarren auch in preisgünstigen Keyboards verbauen kann.
Und Roland kann es mittlerweile auch. Sogar ohne „Bundrutschgeräusche“. Auf solche hat man bei Roland verzichtet, während bei anderen Herstellern die Rutscher fast lauter sind als die Töne selbst und sogar dann rutschen, wenn ein Arpeggio über liegendem Akkord gespielt wird, einfach nur gruselig. Im E-A7 kann ich zwei Sounds dynamisch kombinieren, die dann rutschen, wenn und wann ich das will (und nicht so irgendein Algorithmus.)
 
In der Str/Pad-Abteilung wird offenbar, dass Roland sich auch nach Markteinführung eines Korg Pa800 noch intensiv mit der Sounderstellung beschäftigt hat. Diese Kategorie liegt im gesamten Durchschnitt nämlich über der des Pa800. Tremolo Strings und Pizzicato als Solo oder im Ensemble stechen da besonders heraus.
 
Auch befinden sich die Chöre auf einem wesentlich höheren Niveau, als in Pa800 und sogar Pa3X. Einzig die tolle "Sopran Dame" aus dem Pa3X sucht man im E-A7 vergebens.
Und auch für die gängigen Synth-Flächen in der derzeit so beliebten Berg-Fischer-Amigos-Schlager Szene gibt es genug gutes Material im E-A7.
 
Die Saxofone, Klarinetten und sonstiges Flötengebläse ist auf der Qualitäts-Stufe von Pa800 angesiedelt, wobei “Flütelütelit” auf Knopfdruck gänzlich fehlt. Sag ich jetzt nur für die, die´s brauchen. Ich benutze es im Pa800 überhaupt nicht.
 
Auch die Kategorie “Brass”, akustisch oder synthetisch, finde ich durch die Bank gelungen. Hier gibt´s auch an- oder abschwellende Bläser, die mein Herz als Style-Ersteller höher schlagen lassen. Brauche ich doch mit denen keine Style-Tracks voller Expressionwerte (muss aber jetzt nicht jeder verstehen).
 
Ob nun die Synth-Sounds aller Ebenen von durchschnittlicher, niedriger oder hoher Qualität sind, mag ich nicht beurteilen. Dafür werden sie in meiner Musik viel zu selten eingesetzt. Auch  Vergleiche zwischen „Namensvettern“ aus Pa800 und E-A7 bringen mich da nicht weiter. Einige sind tatsächlich fast gleich, andere nicht. Wobei ich nun nicht weiß, wer da nun den besseren oder wer da den schlechteren Sound reproduziert (siehe zuvor).
 
Ähnlich ergeht es mir da in Sachen „World“. Was ich da an fremdländischen „Tönen“ höre, entzieht sich ebenfalls meinem fachlichen Urteilsvermögen.
Allerdings gibt es in dieser Kategorie auch unzählige „normale“ Sounds wie Streicher, Bläser, Gitarren und ähnliche, Saxofone, Flöten, Klarinetten usw. Und alle diese sind auch in „unserer“ Musik einsetzbar, ohne dass man da einen länderspezifischen Touch feststellen könnte.
 
Die Kategorie „Drums“ verfügt über 101 Drum-Sets und ist für Style-Ersteller eine wahre Schatzgrube. Dort finde ich Geräusche, Zwischenrufe und überhaupt Töne, die weit über irgendeinen  GM- oder GS- oder XG- oder XF-Standard hinausgehen.
Da Roland-Styles ja nur über eine Drumspur (dafür 6 ACCs) verfügen, fragte ich mich kurz, wo ich denn nun im selbsterstellten Style solche Klanggebilde unterbringen sollte. Rechtzeitig fiel´s mir wieder ein: man kann ja in der Begleitautomatik des E-A7 jeden der ACC-Tracks zum DRUM- oder PERC-Track umfuntionieren.
 
Mein kurzes Fazit bezüglich Styles und Sounds im Roland E-A7:
Was man diesbezüglich im E-A7 findet, ist über jeden Zweifel erhaben und trifft in vielen Bereichen genau meinen (musikalischen) ..........Geschmack.
Wo im E-A7 man es findet driftet gegenüber den Modellen anderer Hersteller etwas aus der Norm. Da sucht man sich stellenweise .........einen Wolf. Das allerdings ist ein Luxusproblem, das zudem im Laufe der (Gewöhnungs-) Zeit immer mehr zu vernachlässigen ist......

  01.05.22)
Die Sounds mit den Styles beim Spielen:
Auf dem E-A7 eine musikalische Eingebung schnell mal anzutesten oder auch einfach mal nur so rum zu klimpern, macht mir noch mehr Spaß als auf dem Medeli AKX10. Konkret bedeutet das in dem Fall, einen Sound für UP1 im rechten Display, einen Style (entsprechend der Eingebung) im linken Display aussuchen, und los geht’s.
Und dabei fallen sofort 6 Schieberegler auf, die zusammen mit zwei 6er-Reihen von kleinen Tastern die Schaltzentrale, sprich den Mixer für Status und Lautstärken sowohl der einzelnen Tracks der Begleitautomatik, als auch den 4 Real-Parts bilden.
Diese Einheit ist zwischen den beiden Displays platziert. Besser geht es nicht. Da wird kein Display bemüht, das man im Medeli AKX10 mit zwei, im Korg Pa800 mit noch mehr Tastendrücken erst aufrufen muss.
Dieser „Mixer“ im E-A7 ist quasi „Hardware“, immer im Blick und keine visuelle Einblendung, die, wenn aktiv, den Blick auf andere Funktionen versperrt. Ich wiederhole mich gerne, besser geht das nicht !
Mit dem Taster Select schaltet man  die Zugehörigkeit der oberen Taster-Reihe (mit LED-Zustandsanzeige für Ein/Aus) den Tastenrn selbst und den sechs Schiebereglern zu. So erhält man Zugriff auf alle acht Begleit- und alle vier Real-Parts. Das ganze ist so einfach aufgebaut, da braucht man keine Bedienungsanleitung. Auch die untere Tasteranordnung ist selbsterklärend.
Ich belasse es erst mal bei UP1, suche mir einen schönen Beguine und überlasse mich eine lockeren 3-Akkorde Harmoniefolge. Dabei steppe ich mich so nach und nach durch die unterschiedlichen Sound-Ebenen.
 
Und wie ich oben schon über die Qualität von Sounds und Styles sagte, jetzt, erst recht beim Zusammenwirken von Styles und Sounds, bin ich wieder gefühlsmäßig in meiner alten Rolandwelt angekommen.
Mal abgesehen von den paar in der Mischung missratenen Styles, passt hier alles zusammen.
 
Denke ich da an meine erste Kontaktaufnahme mit meinem Pa800 und danach auch mit dem Pa3X. Wie lange habe ich da geschraubt, bis alles so passte, wie ich mir das bei Keyboards so vorstelle.
Natürlich werden andere Musikanten das ganz anders, gar gegenteilig sehen. Bedenken sollte man aber auch, dass ich damals nicht geschmacklich von Roland abfiel. Roland knüpfte nicht mehr an seine so erfolgreichen Arranger Keyboards (beispielsweise G1000) an, ich musste mich neu orientieren, der Rest ist bekannt.......
 
Aber weiter im Text. Was mir gleich auffällt ist, dass die Lautstärke-Einstellung im E-A7 beim Soundwechsel wesentlich ausgewogener ist, als dies im Pa800 und auch teilweise im AKX10 der Fall ist. Ich habe tatsächlich am Anfang meines Klimperns die Lautstärke von UP1 nach meinem Geschmack eingestellt und dann bei allen Soundwechseln so lassen können. Prima !
 
Was mir dann aber nicht ganz so gut gefällt, ist der Umgebungs-Hall der Sounds. Da sitzen die meisten Musiker, ob nun Gitarristen, Orgler oder was immer da Töne von sich gibt, in meinem Musikzimmer.  Auch das hatte ich Anfangs so im Pa800 und mehr noch im Pa3X so empfunden. Da finde ich also die Stärke der Reverb Grundeinstellungen im AKX10 etwas besser gelungen. Soll jetzt aber nicht zu Punktabzug bei Roland und auch nicht bei Korg führen.
Ein Klangfarbenwechsel, also der Übergang von einem zu einem anderen Sound ist wiederum hervorragend gelöst. Selbst wenn man während einem liegenden Ton einen anderen auswählt, ertönt der neue Ton nicht sofort, sondern erst bei erneutem Tastenanschlag. Selbst bei gestoppten Style hört man da bei nur ganz, ganz wenigen Sounds eine klitzekleine Lautstärkeänderung. Läuft der Style, kann man keine Änderung erkennen. Sehr gut !
ff
Eigentlich sollte heute (1.Mai) einiges mehr hier zu lesen sein. Aber manchmal führen die Wege in andere Richtungen, als das "Navi" sagt....
Geht aber bald weiter hier, versprochen.................................

Ein kleines Vorwort zum E-A7
Schaut man sich die Keyboards an, die da in den letzten Dekaden auf dem Markt erschienen (und teilweise auch schon wieder verschwunden und vergessen) sind, wird man feststellen, dass es da auf den ersten Blick gar nicht mal so einfach ist, diese sofort in eine „Preis - Leistung - Hierarchie“ einzuordnen. Zu sehr bestimmen Ergonomie bei der Bedienung und Übersichtlichkeit beim Finden vorhandener Funktionen das Erscheinungsbild und somit den ersten Eindruck. So kommt es dann dazu, dass, wie bei unzähligen Gerätschaften des Alltags, von vielen Nutzern erst mal Güte und Wert eines Produktes in Abhängigkeit vom Preis eingeschätzt werden. Und das, ohne dieses Produkt je selbst „erfahren“ zu haben.
 
Hat man sich nun aber aufgrund dieser Sichtweise ein teures Gerät angeschafft, das nicht seinem Preis/Leistung Verhältnis entspricht, bleibt dies von den Nutzern oft unerwähnt, und man freut sich zumindest über den „Prestige-Status“, der allerdings und, wie ich meine, glücklicherweise zunehmend an Bedeutung verliert.
Betrachtet man in diesem Zusammenhang den Zugewinn an Funktionen und (vielleicht) besserer Hardware eines Top-Keyboards für über 4000.-€ gegenüber einem der Mittelklasse für 2000.-€, so kann man darüber nur noch den Kopf schütteln (angesichts dessen, für was man da 2000.-€ und mehr mehr bezahlt).
„Oh, das neue Keyboard von Yamakorgland  ist so prächtig, so super, so fantastisch. Solch Sounds habe ich noch nie gehört, so prächtig, so super, so fantastisch....
Eine Frage hätte ich aber noch: lassen sich da die Sound-Erweiterungs-Pakete laden, die ich mir damals vor siebenundzwanzigeinhalb Jahren für Lau gedownloaded habe?“
wird dann sinngemäß öfters an bestimmten Stellen im Web gesagt und gefragt ?!
 
Und ehe mir nun jemand den Spiegel vorhalten möchte, ja, auch ich habe jahrelang jeweils den Platzhirsch, das Flaggschiff, oder wie immer man das Topmodell eines Keyboardherstellers nennen mag, bespielt.
Aber noch nie habe ich bestimmte Ecken und Macken dieser Keyboards abgenickt, nur weil ich sie mir nun mal gekauft hatte.
Ich habe mein Geld gegeben und dann eine bestimmte Gegenleistung dafür erwartet. Wurde die nicht erbracht, habe ich sie vehement eingefordert und, man höre und staune, dann auch schon mal erfolgreich erstritten (ob´s bestimmte Leute nun glauben oder nicht) ! Man kann eben gar nicht genug "rum ningeln". Werden aber bestimmte Dumpfbacken nie verstehen.......
 
Irgendwann ist mir dann aufgefallen und immer bewusster geworden, dass ich sehr gerne Musik auf einem Keyboard mache, dass mir diese Musik auch gefällt, dass sich meine Spielfähigkeiten in den letzte Jahren stetig verbesserten, ich aber auch feststellen musste, dass diese Spielfähigkeiten sich ab einem bestimmten Punkt nur noch durch weiteres Üben, Üben und nochmals Üben steigern lassen, keinesfalls aber durch die Anschaffung eines höherpreisigen Keyboards !
 
Wenn ich dann noch sehe, nein höre, dass die Ergebnisse meines Spiels auf Mittelklasse Keyboards die von vielen (beispielsweise) Genos-Spielern auf  YouTube ein gutes Stück überflügeln, fühle ich mich in meiner Meinung bestätigt und freue mich, dadurch viel Geld zu sparen. So kann ich mir dann dafür ein Keyboard kaufen, das ich gar nicht mal unbedingt brauche, nur mal so....., und so ist dann der Roland E-A7 in meine heilige Halle gekommen.....

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