Zu diesem Thema sind bisher 7 Meinungen eingegangen
Nicht viele "Formate" und/oder "technische Möglichkeiten" unserer Keyboards polarisieren in den Meinungen ihrer Benutzer so stark, wie die über den Umgang mit den sogenannten "Midifiles". Von den einen rigoros abgelehnt, gibt es andere, die schon fast "verschämt zugeben" Midifiles beim "Musikmachen" einzusetzen.
Daraus folgernd gehe ich davon aus, dass die meisten Keyboardspieler glauben, diese Dateien seien nur zum "Musikmachen" geschaffen, einer Eigenschaft, deren Benutzung man dann eben befürwortet oder ablehnt.
Nun soll in diesem Bereich "des etwas anderen Forums" erörtert werden, dass es noch andere Einsatzmöglichkeiten für Midifiles gibt, dadurch aber auch gewisse Anforderungen an diese geknüpft sind. Und auch "das Musikmachen" mit "Midis" kann aus der eher grauen, verschämt betrachteten Ecke ins rechte Licht gerückt werden.
Dazu braucht es nicht mehr als derer, die Midifiles für was auch immer benutzen, bestimmte Erfahrungen, bestimmte Anforderungen oder auch nur bestimmte Meinungen darüber hier mitzuteilen bereit sind.
Genug der Einleitung, ich gebe weiter an den ersten Eintrag.....

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7.) Alfred aus Siebenhirten schreibt am 21.Dezember 2015:
Hallo,
im ersten Beitrag "Meinungsaustausch zu Midifiles" wurde erwähnt, daß man "korgspezifische" SMFs nur durch Einsatz entsprechender Parameter erhält. Diese sind vorwiegend als SysEx im Header von SMFs "versteckt", werden von Korg nicht publiziert und sind selbst nach gründlicher Analyse und Entschlüsselung schwer änderbar, weil es dafür keine komfortable Software gibt.
 
In den meisten Fällen sind aber schon Änderungen von Klang, Lautstärke-, Panorama- und Hall-Einstellungen für eine zufriedenstellende Anpassung ausreichend - zB mittels Optimizer oder Freeware.

Gelegentliche einfache Einstellungen sind mit dem Pa-internen Sequenzer möglich, aber mit PC/Laptop + Software ist das viel komfortabler.
Das ist empfehlenswert, wenn SMFs häufig aus unterschiedlichen Quellen stammen.
Neben denn Kenntnissen der Tonerzeugung des eigenen Keyboards ist auch die Analyse des verwendeten SM-Files wichtig.
Dann kann man entscheiden, wie man die Anpassung durchführen wird, denn allgemein gültige Regeln gibt es dabei nicht - PC/Laptop sind dafür sicher besser geeignet als Onboard-Sequenzer.
 
Softwarhersteller produzieren kaum auf jedem der Zielgeräte, für die sie "gerätespezisch angepaßte" SMFs anbieten - wäre ja auch zu umständlich. Mit einem auf das Zielgerät abgestimmten Software-Synth benötigt man keine Midi-Verbindung zum Keyboard und arbeitet mit PC/Laptop, Softwaresynth und Audioanlage.
 
Wer kein Soundtüftler und keinen Softwaresynth verwendet, wird sofort am Zielgerät abhören, was seine SMF-Änderung bewirkt. Dafür verbindet man den PC/Laptop per Midi mit dem Zielgerät und benutzt dieses nur als Tonerzeuger.
Auch dafür benötigt man den Onboard-Sequenzer nicht, den schon allein das Laden/Abspielen/Speichern und Analysieren des SMFs ist mit PCs einfacher.
Man benötigt aber ein Softwaretool zur Ansteuerung des Zielgerätes. Freeware vom www ist dafür zum Teil leistungsfähiger, aber grafisch weniger ansprechend als zum Kauf angebotene Software.
 
Eines der wichtigsten benötigten Werkzeuge ist ein INS-file (INSTRUMENTENDEFINITION).
Das ist eine Datei, die der Klanghierarchie des Zielgerätes entspricht und von Softwaretools (wie zB PSRUti, MIDI-OX, Cakewalk) benutzt wird, um mit vom Zielgerät gewohnten Sound Namen arbeiten zu können und es damit anzusteuern.
Wird irgendwann der Ankauf eines neuen Keyboardmodells entschieden oder hat man mehrere Zielgeräte (auch unterschiedlicher Hersteller) - dann ändert man nur Eintragungen im INS-File, benutzt aber die Software wie gewohnt.
Die Syntax eines Ins-Files ist gewöhnungsbedürftig - für das Pa500Musikant gibt es daher hier mein Ins-File copyright-frei als Beilage - Benutzung, Änderungen und Weiterverteilung erwünscht.
Für SMF-Anpassungen ist PSRUti mit Ins-File ausreichend.
Nicht notwendig, aber praktisch: für Monitoring MIDI-OX; für Nachbearbeitung von SMF-Sequenzen Cakewalk 3.0, LogicFun uä; zum Abspielen (ohne Zielgerät) SMF-Player VanBasco, xmPlay; Coolsoft + sf2-Sounds als Softsynth; Tools und Treiber für spez Anwendungen (Midi-Mapper, Formater f Songbook-Liste, Chorderkenner ...)
 
Liebe Grüße
siebenhirter
 
Es folgen Beispiele mit den Revoice-Screens von PSRUti.(Bilder zum Vergrößern anklicken)
Revoicen mit PSRUti und Ins-File (Pa500Muz7h.ins):
Das File (von einem Pa3X) zeigt, dass die Kanäle 3, 4, 10-12, Sounds verwenden, die das Pa500M dem Ins-File zufolge nicht kennt.
Durch Auswahl einer geeigneten Bank oder durch direkte Soundauswahl werden gültige Sounds zugewiesen.
Das Resultat kann durch Start des SMFs per Midiverbindung am Pa500M abgehört werden.
Das SMF muss dafür nicht zwischengespeichert werden, so dass man unterschiedliche Sounds x-beliebig auswählen und testen kann. Erst dann wird gespeichert.
Revoicen mit PSRUti und Ins-File (Pa500Muz7h.ins):
Das File (GM, unbekannter Herkunft) zeigt, dass keine Pa500M-Sounds verwendet werden. Durch Zuweisung geeigneter Banken werden dabei die Soundnamen des Pa500M angezeigt, welche den Programm-Nummern der Bank entsprechen.
Wählt man für alle Kanäle die Bank "Pa500 Bank 00", so erfolgt die Soundausgabe mit GM-Sounds, die in den meisten Fällen den Erwartungen nicht entsprechen, so dass man unterschiedliche Banken und Sounds (auch der User-Banken) für ein befriedigendes Ergebnis testen wird.

6.) Alfred aus Siebenhirten schreibt am 8.November 2015:
Hallo,
zum Thema Midifiles wurde ein Beitrag auf der www.adresse "keyboards.de/stories/die-midi-file-profis" gefunden.
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Darin betonen professionelle Midi-Erzeuger, daß vor allem die musikalische Perfektion eines Midifiles vorrangig ist, um damit nach der optimalen Instrumentenanpassung die Features eines Instrumentes so umfassend wie möglich zu nutzen.
Das deckt sich mit meiner Meinung, daß weder Yamaha- noch Korg-Keyboards besser für die Verwendung von Midifiles geeignet sind, sondern daß ein SMF primär musikalisch perfekt sein sollte, bevor man es instrumentenspezifisch nachbearbeitet.
*
Weiters wird in diesem Beitrag erwähnt, daß man Midifiles - im Gegensatz zu MP3-Playbacks - nicht in sein Instrument ladet, um damit sofort loszuspielen.
Da sie dem Anwender aufgrund ihrer Struktur maximale Eingriffsmöglichkeiten bieten, wird empfohlen, die Midifiles entsprechend deren Verwendung und dem benutzten Instrument zu optimieren, um damit die besten Ergebnisse zu erzielen.
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Wenn nun zB die mit einer optimierten GM/GS-Bank des Pa900 abgespielten Midifiles relativ gut klingen werden, sollte man die Midifiles trotzdem mit den vielen Sounds der anderen Soundbanken optimieren.
 
Optimierte InstrumentenSounds optimieren kein Midifile.
Natürlich bringen besser und sorgfältiger programmierte Sounds der GM/GS-Bank eine verbesserte Wiedergabe mit Midifiles, aber das ist nicht mit der Optimierung von Midifiles zu verwechseln.
Die bedingungslose "Verbesserung" der GM/GS-Sounds durch Verwendung von effektbehafteten Samples hat schlimmstenfalls den gegenteiligen Effekt, wenn man plötzlich nur mehr wenige Sounds ohne unspezifisch wimmernden Vibratos und Schwebungen im Keyboards findet.
Bereits mit dem Sample aufgenommene Effekte sind auch mit dem Soundeditor nicht abstellbar!
 
Herzliche Grüße
Siebenhirter

5.) Rainer aus Berlin schreibt u.a. am 27.Oktober 2015:
Zum Thema Midifiles ist schon vieles "im etwas anderen Forum" gesagt worden, nur noch nicht von jedem.
Ich sehe Midifiles als "die etwas andere Begleitautomatik" an und benutze sie selten, aber zu bestimmten Gelegenheiten.
Etwa als ich dazu singen musste und meine Synapsen für gleichzeitiges beidhändiges Klimpern nicht genügend verdrahtet sind.
Zum Einüben und zum Notenausdruck einer Melodie.
Wenn es mal schnell gehen muss und ich beispielsweise für "nach Luft schnappend durch die Dunkelheit" partout keinen passenden Style habe und in der Kürze der Zeit keinen erstellen bzw. bearbeiten kann.
Dann spiele ich halt mit rechts die Melodie und vielleicht noch links ein paar Klangschweber dazu.
Das Midifile stammt übrigens von der Firma G. aus der Hauptstadt und ist für Korg Pa optimiert.
Es klingt tatsächlich besser als die GM-Variante, woran auch immer das liegen mag. (Dieses "Geheimnis" habe ich Rainer in meinem Feedback Kommentar näher gebracht [Anm. Elmar])

4.) Bernd aus Berlin schreibt u.a. am 27.April 2015:
Hallo Elmar,
(...........).... die Tanzrunden spiele ich mit Style und in den Pausen als "Hintergrundmusik" Mp3.
Midis habe ich fast keine, weil es viel Aufwand ist, gute Files hinzubekommen. Das hat Siebenhirter hier bereits sehr gut erklärt. .(...........)
Bernd aus Berlin

3.) Elmar (das bin ich) schreibt am 22.April 2015:
Im großen und ganzen bräuchte ich den Beitrag von Michel nur einfach zu übernehmen und meinen Namen darunter setzen.
 
Auch ich verwende "Midifiles" (im Web gekauft oder erjagt) nicht, um mit ihnen zu "musizieren".
Beim Erstellen meiner Styles sind sie mir eine große Hilfe. Dabei müssen sie gar nicht mal so "gut" sein, wie von Musikern erwartet, wenn diese sie als Begleitband einsetzen wollen.
Da ich kein weiteres "Hilfsprogramm" benutze, kommen bei mir auch "Midifiles" zum Einsatz, die nur teilweise brauchbare bis sehr gute musikalische Elemente enthalten. Sie sind dann meistens auch weit entfernt von den Regeln und Anforderungen, die siebenhirter Alfred so vortrefflich im ersten Beitrag aufgezählt und erklärt hat.

 
Da ich mich nun mal überwiegend mit den Stylestrukturen meiner jeweiligen Keyboard Modelle befasse, kenne ich zwar viele der von Alfred erwähnten "Sachen", müsste mich aber doch noch wesentlich intensiver damit beschäftigen, um wirklich "Ahnung davon" zu haben.
Zumindest weiß ich nun aber, wo möglicherweise die Ursachen liegen, wenn "Midifiles"  manchmal zicken und Erscheinungen zeigen oder hören lassen, die man so gerade nicht erwartet hatte.

 
Auch was das "Korgspezifische" angeht, kann ich Alfred nur recht geben. Nur die Sounds auf pa-Modell anpassen können auch die Anwender dieser Keyboards.
Ich besitze beispielsweise gekaufte professionelle "Midifiles", die speziell für Korg pa-Keyboards erstellt sind. 
Ich bin jetzt mal so blauäugig und glaube, dass da nicht nur Sounds, sondern auch Effekte und weitere Korgspezifische Parameter auf pa-Modelle abgestimmt sind.
Ja, dann können doch alle diese Einstellungen nur auf das erste, bzw älteste pa Keyboard bezogen sein. Wie anders könnte eine Firma Ware unter dem Sammelbegriff "für alle Korg pa Modelle" anbieten?
 
Und so habe ich die Erfahrung gemacht, dass einige "nur GM Midifiles" auf meinem pa800 besser laufen als das gleiche Werk als "spezielles pa-Midifile" auf dem pa3X Musikant (weil es als pa-file ja beispielsweise auch auf dem pa500 klingen soll, bzw. Effekte benutzen darf, die man "nur" in diesem kleineren Modell und allen anderen findet). Sie ist eben zwischenzeitlich stark gewachsen, die Korg pa-Familie!
 
Somit wird wohl jedem klar sein, dass Monate oder gar Jahre alte "Korgspezifische" Midifiles die Möglichkeiten eines krachneuen pa-Modells nicht unbedingt voll ausschöpfen.
Und wenn doch, mag andererseits endlich zu  pa-Usern durchdringen, dass der technische Fortschritt der letzen Jahre an den Keyboard Herstellern (es betrifft da ja nicht nur Korg) nur peripher vorbei gegangen ist! 
Das aber nur am Rande.
 
Natürlich muss man "Midifiles" nicht fertig kaufen oder im Web erjagen.
Es gibt viele Programme für unsere Computer (alle Systeme), die uns erlauben einfachste bis überaus anspruchsvolle Midi-Werke zu erstellen.
So teste ich die einzelnen Patterns im Zuge der Style Erstellung durch Einsatz in einem  Midifile   bezogen auf die Stylestruktur und ein Lied, das später mit dem fertigen Style gespielt werden soll.

 
Nicht unerwähnt soll sein, dass man sich durch entsprechende Bearbeitung vortrefflich Notenblätter für sein Repertoire aus "Midifiles" herstellen kann.
 
Ich erarbeite mir auch "Gitarrensoli" durch Analyse diesbezüglicher Spuren (Tracks) aus "Midifiles" und erhalte dadurch Ergebnisse, auf die ich so gar nicht gekommen wäre (als Gitarrist und Keyboarder weiß man ja, dass man auf dem Keyboard nicht wirklich Gitarre spielen kann).
 
Man stellt fest; Midifiles kann man nicht nur ablehnen oder befürworten, basta!
Weitere Stellungnahmen meiner Leser dazu interessieren mich ungemein......
 
Liebe Grüße

2.) Michel aus Neuwied schreibt am 21.April 2015:
Hallo Elmar und Alfred,
das Thema Midifile ist bei mir eigentlich kein Thema
 
Ich habe schon in einem anderen Posting geschrieben wie ich über Midifilespieler an Tasteninstrumenten denke, so sie denn die Tastatur abgeschaltet haben.
 
Wenn hingegen ein Musiker das Midifile laufen lässt und per Tasten oder "richtigem" Instrument dazu spielt ist das für mich mehr als ok.
Für meine Zwecke diente ein Midifile immer nur dazu, mir mittels der EMC-Software einen Style zu erstellen. Früher für Roland, heute ab und an für Korg.
Viele sind das allerdings nicht.

 
Über die Jahre habe ich gelernt das es Midifile und Midifile gibt. Früher gab es mal Format 0 und 1, und GM (General MIDI), GS (früher für Roland),  XG, XF (ich glaube Yamaha).

Ich habe mich seinerzeit immer an GM und GS orientiert, da ich die Files am PC für Roland aufbereitet habe.
Ob jetzt ein klanglich höherwertiges Midifile als Style im Keyboard "höherwertiger" klingen müsste weiss ich nicht so ganz genau.
Ich für mich fand, dass meine Styles gut und voll klangen.
So viel zum Thema Midifile von mir. 
Bin gespannt was sonst noch an Infos und Tipps zum Thema MIDI kommt.
Grüssle aus Neuwied
Michel
 

1.) Alfred aus Siebenhirten schreibt am 17.April 2015:
Korg-Keyboards für SMF ungeeignet?
Von  "Midifiles" wird häufig behauptet, daß Yamaha-Keyboards für die Verwendung von Midifiles besser geeignet seien als Korg-Keyboards (das gleiche wird allerdings häufig auch von den "Style-Files" behauptet).
Zur Bekräftigung dieser Behauptungen wird auf die am Markt für Yamaha-PSR und -Tyros erhältlichen Software und deren sofortige MP3-ähnliche Verwendbarkeit (Out-of-the-box, Autoplay in CD-Qualität) verwiesen.
Aus aktuellem Anlaß ist auch die Meinung zu erwähnen, der komplette Austausch der Korg-GM-Samples durch Samples (wie zB von Deebach) verursacht bessere Resultate beim Abspielen von SMFs.
*
Was ist ein korgspezifisches Midifile?
Wo sich "korgspezifisch" darauf beschränkt, geeignete Sounds (Programs) zu wählen, bzw den Optimizer (von Midiland) für Equalizereinstellungen zu verwenden, kann man höchstens von Soundanpassung sprechen.
Typische "korgspezifische Midifiles" im deutschsprachigen Raum werden zB von Jürgen Sartorius produziert; auch die Demofiles in Pa-Geräten haben diese Eigenschaften.
"Korgspezifisch" bedeutet die Ausnutzung aller für Songerstellung möglichen Parameter. Durch fehlende Publikation und teilweise fehlerhafte Info darüber ist das schwer möglich.
Allein die Analyse und Anwendung der korgspezifischen SysEx-Header, welche sich für Midieinstellungen im Initialisierungstakt (kurz IniT) befinden sollte, ist keine leichte Aufgabe. Auch die für Soundgestaltung möglichen NRPNs sind nicht einfach zu verstehen und anzuwenden - selbst einfache ControlerCommands für Soundänderungen sind aus den gleichen Gründen in den meisten "korgspezifischen" SMFs kaum zu finden. Wann und wie das Songplay-Setup wirksam wird und zu welche Veränderungen es dadurch beim Songplay kommen kann, dürfte ein weiteres Mysterium sein.
Auch den Zeitpunkt der Wirksamkeit der Parametern, welche sich in Midifiles (kurz SMF) befinden, ist kaum jedem User bekannt (beim Laden, vor dem Starten, nach dem Starten, bei Unterbrechungen, bei manuellem Wechsel usw, in Pa-internen SMF-Player usw). Wie man SysEx zuverläßig mit externen Devices benutzt, ist auch kaum bekannt - auch nicht entsprechend dokumentiert.
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Wie wichtig wäre es zu dokumentieren, wie man korgspezifische Midifiles erstellt, ändert, anpasst, abspielt?
Will man die Eigenheiten eines Korg-Pa-Keyboards für das Erstellen und Abspielen von SMFs vorteilhaft nutzen, sollte man versuchen die "korgspezifischen" Parameter kennenzulernen um sie entsprechend einsetzen zu können. Das gilt auch für Softwarehändler, wenn sie SMFs als für "Korg Pa" geeignet anbieten, denn geeignet ist jedes SMF - allein durch Verwendung von Korg-Sounds wird es nicht "korgspezifisch".
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Aus welchen Gründen sollten korgspezifische SMFs angeboten werden?
Wenn bei Yamaha die Kunden sich mit Software dumm und dämlich kaufen - ich weiß nicht, ob das stimmt - sollten auch korgpezifische Midifiles angeboten werden?
Bei einer Forderungen nach "Korgspezifisch", um damit ein kommerziell perfektioniertes SMF so unkompliziert wie eine CD abspielen zu können, würde ich eher kommerzielle Audio- Backgroundfiles empfehlen.
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In immer kürzeren Abständen neue Keyboard-Modelle?
Das Kennenlernen nützlicher Eigenschaften ist nicht nur für SMFs empfehlenswert, sondern auch für Features von Keyboards.
Die Inflation bei Keyboard-Modellreihen ist ein Indiz dafür, daß vorhandenen Eigenheiten moderner Keyboards kaum ausgenutzt werden. Neue Modelle unterscheiden sich kaum in wesentlichen technischen Details von den Vorgängern, sondern lediglich im Design - und wo nützliche Features aus Kostengründen fehlen, sind die Neuheiten eher Rückschritte in der Entwicklung (Autofill, dafür keine Fill-Buttons, kein Fill-Mode usw).
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Midifiles:
Midifiles sind gedacht um Musikliebhabern den Informationsaustausch über musikalische Inhalte zu erleichtern. Die Idee war nicht, daß damit Softwareproduzenten Geld verdienen, sondern ein Midifile sollte die Möglichkeiten des Keyboardspiels - parallel zum Rhythmusgerät - erweitern.  
Midifiles sind kein Ersatz für Tonträger (wie CDs und MP3) sondern Dateien mit genormten Informationen, um damit unterschiedliche Tongeneratoren  anzusteuern. Ein Midifile wird nie wie eine echte Violine, ein echtes Saxofon oder ein echtes Blechblasinstrument klingen, denn nichts kann den Klang eines akustischen Instruments ersetzen!
 
Die Eigenheiten seines Tongenerators sollten dem Anwender  soweit bekannt sein, daß er damit und mit den entsprechend optimierten Daten beste Ergebnisse der Nachahmung - entsprechend seinem Instrument - erzielen kann.
Daß kaum jemand Markers für seine SMFs einsetzt ist ein Indiz dafür, daß man sich auch kaum mit dem vom SMF vorgegebenen Ablauf beschäftigt, denn sonst könnte man Marker zur Ablaufsteuerung auch einsetzen.
 
Link:
midkar.com/MidiStudio/Faculty/Creating.html
(leider nur in Englisch vorhanden)
Auch wenn in obigen Links beschriebene Vorgangsweisen mit mehr als 20 Jahre alten Geräten beschrieben sind, die Grundlagen haben sich nicht geändert.
Die Güte damals erstellter SMFs ist den heute am Markt befindlichen, gerätespezifischen SMFs zumindest ebenbürtig. Man hat es - wie zb im MidiConsortium -  verstanden, die vorhandenen Mittel sinnvoll zu nutzen - heute liegen sie teilweise brach.
Wenn man es heute als SMF-Anwender nicht versteht - oder verstehen möchte - technische Möglichkeiten zu nutzen, liegt es beim Vergleich Yamaha-Korg nicht an den Keyboard-Modellen, ob sie mehr oder weniger gut als SMF-Player geeignet wären.
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Eine unsägliche Diskussion?
Wer gerne mit Styles spielt - soll damit spielen.
Wer gerne SMFs als Background benutzt - soll sie benutzen.
Wer gerne SMFs als Voll-Background benutzt und auf einer stumm geschalteten Tastatur werkt - soll werken.
Wer gerne CDs, Backgroundfiles, MP3 usw verwendet - soll sie verwenden.
Entscheidend ist, ob es einem gefällt und ob man damit zufrieden ist - egal ob dies mit/ohne Publikum stattfindet.
 
Gemeinsame Vorteile von Styles und SMFs gegenüber gegenüber MP3, CD, Audio-Playback?
Die Möglichkeit der persönlichen Gestaltung, um damit so  Musik zu machen, wie es einem gefällt!
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Welchen Stellenwert hat MIDI für die Zukunft?
Für elektronische Musikinstrumente bietet das MIDI-Format unvergleichliche Eigenschaften und ist daher auch in Zukunft nicht wegzudenken. Von Audiofiles kann es nicht verdrängt werden, denn diese decken einen großteils andersartigen Anwendungsbereich ab - nur wo starre PlayAlongs und Backgrounds ausreichen, sind Audiofiles konkurrenzfähig mit SMFs.
Mit keinem andern Filetyp kann die Steuerung eines Songs in allen Details verändert und angepasst (Tempo, Tonhöhe, Instrumente usw.) und jedes einzelne Instrument ein- und ausgeschaltet werden.
Gleiches gilt für einfache Steuerung technischen Bühnen-Equipments.
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Zukunftsaussichten?
Wer alle SMFs so benutzt wie er sie erhält und daran keine persönliche Anpassungen vornimmt, weil er sich mit der Technik überhaupt nicht auseinandersetzen möchte, sondern damit nur spielen möchte (nur EPS --> apps wie applications benutzt), sollte sich überlegen ob parametrisierbare, softwaregesteuerte PC-Hardware (wie ein Arrangerkeyboard) ein für ihn geeignetes Musik-Instrument darstellt.
Besser wäre dafür geeignet:
eine Klaviatur, einige wenige Knöpfen (on/off, start/stop, load app/delete app, pay per ...) und ein Auswahlschirm (oder Spracheingabe) zur Bekanntgabe welches Musikstück man mit welcher Orchestrierung als Begleitband benötigt und welchen Part, bzw. welches Instrument man in diesem Musikstück mit/ohne Gesang selbst spielen möchte.
Mit entsprechendem Speicher und Internetverbindung ausgestattet, kann ein derartiges Instrument mit den aktuellen Technologien unter einem Verkaufspreis von € 1.000,- hergestellt werden, wobei dafür ein Großteil der Kosten durch die Güte der mechanischen Tastatur und der Größe des Auswahl-Displayes entstehen würde.
Als Bezeichnung würde ich vorschlagen:
iClav (ausgesprochen EIKLÄFF = Internet mit Claviatur) oder
gClav (g wie Google, ausgesprochen Gekläff)
Midifiles und Arrangerkeyboards würde man dafür nicht benötigen - auch keine Alleinunterhalter.
Aber diese benötigt man auch heute nicht mehr, wenn man gerätespezifische, von  Softwarehäusern produzierte, professionelle SMFs wie ein MP3-File oder eine CD abspielen möchte.
Wem es gefällt, soll auch seine Freude an einem EIKLÄFF haben - oder?
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                                  siebenhirter
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