Dies ist kein Workshop zur Style Erstellung !
Auf dieser Seite meiner Homepage erkläre ich
Besonderheiten oder Wissenswertes über einige von mir erstellten Styles.
Dabei handelt es sich hauptsächlich um Titelbezogene Styles, möglicherweise aber auch Universal Styles,
wenn in diesen Funktionen eingesetzt werden, die in Korgs „Werkstyles“ so nicht verwendet werden.
Wissen über die Struktur einer Begleitautomatik sowie Erfahrungen im "Stylebau" sollten vorhanden sein!
Wie man bestehende Styles "nacharbeiten" und/oder "verändern" kann, erfährt man hier

 Shuffle oder Swing ?
Dies und natürlich noch weitaus mehr finden wir bei Wikipedia in einer Einleitung über die Notation von Musik im Allgemeinen. Für uns als „einfache“ Musiker reicht da wohl in der Regel ein durchschnittliches Grundwissen über die gebräuchliche „Notenschrift“ vollkommen aus. Viele von uns können überhaupt keine Noten lesen, geschweige denn schreiben.
Selbst Paul McCartney war dazu nicht in der Lage. Von einem Journalisten auf diesen Missstand angesprochen, soll er geäußert haben: „Na und, das können Stevie Wonder und Ray Charles auch nicht“.
Nun, ich gehe davon aus, dass der Beatlesmann wohl Noten und den Umgang damit mindestens in soweit kennt, dass er sich musikalisch für andere verständlich machen kann.
So klappt´s zumindest bei mir. Ich kann Noten lesen und schreiben und ich beherrsche einige Regeln der Musik diesbezüglich. Ich kann nicht vom Blatt spielen, dazu wird es in diesem Leben wohl auch nicht mehr reichen.
Richtig froh bin ich bei der Style Erstellung, wenn ich für bestimmte Titelbezogene Styles zur Unterstützung dafür geschriebene Vorlagen benutzen kann. Wenn ich dann auch noch den Bezug zur Dynamik herstellen kann , dauert es nicht lange aus, acht gleich aussehenden Achtel innerhalb eines Taktes im Style die Umsetzung zu einem brauchbaren Rhythmusmuster zu schaffen.
 
Nehmen wir als Beispiel ein ganz einfaches Pattern für eine Snare. Nur Achtelnoten mit Betonung auf 2 + 4.
 
Da zwei gleichwertige Noten immer den selben Abstand voneinander haben, bezeichnet man diesen Rhythmus auch als binär.
Rechts sehen wir die Eingabe im Sequenzer, zusätzlich zum Zeitwert hier auch in der Dynamik festgelegt.
   
Auch hier acht Noten mit gleichem Zeitwert, aber mit unterschiedlichen Ab- ständen. Die einzelnen Viertel eines Taktes werden dabei in drei gleichlange Bereiche unterteilt. Würde man jedes Teil dieser „Drittel“ spielen, erhielten wir den ach so beliebten Slow Rock (natürlich dann langsamer).
Im vorliegenden Pattern sind aber nur jeweils das erste und letzte Drittel einer Einheit gespielt. Dazwischen liegt eine Pause. Dadurch hoppelt der Rhythmus deutlich gegenüber der binären Spielart, und wird deshalb, wegen der Dreiteilung der Viertel (!) auch als ternär bezeichnet. Man nennt ihn aber auch Swing.
   
Will man nun aber ein Musikstück wie beispielsweise „I´m Walking“ oder "Jambalaya" von Fats Domino bearbeiten, stellt man fest, das Ding ist im Rhythmus auf keinen Fall geradeaus und somit binär. Aber auch ternär, also auf Swing getrimmt liegt der Rhythmus stark daneben. Es „gruuft“ nicht richtig.
Woran kann das liegen?
Nun, wir haben es innerhalb eines Taktes mit 8 Anschlägen zu tun, von denen sowohl in der binären als auch in der ternären Version jeweils 4 auf den ganzen Vierteln liegen.
Folglich muss es wieder mit den 4 Achteln zwischen den ganzen Vierteln zusammen hängen, also den Achteln, die den Unterschied zwischen binär und ternär ausmachen. Verschiebt man diese Achtel aus binärer Lage ein klein wenig nach „hinten“, bzw. aus ternärer Lage ein klein wenig nach „vorne“, sieht das im Sequenzer so aus.....
......und klingt dann so........
 
Die „Zwischenachtel“ hängen irgendwo zwischen binär und ternär. Wo genau ist von dem Tempo abhängig, in dem der Song schließlich gespielt wird.
Rhythmen dieser Art kann man nicht exakt notieren. Man schreibt sie Binär oder ternär und versieht sie mit einem Zusatz (Hinweis) wie „leicht swingend“, „groovy“ usw. Irgendwann schrieb mal jemand „shuffle“ über eine sonst binäre Darstellung und man hatte einen Namen für diese Rhythmik irgendwo zwischen binär und ternär gefunden, den „Shuffle“.
Aber leider nur für kurze Zeit. Die musikalischen Unterschiede zwischen Shuffle und Swing sind zwar immer noch so, aber die Begriffe dafür haben sich derart vermischt, dass man heute mit Swing und Shuffle das gleiche meint.
Und so gibt es für den echten Shuffle keinen Namen mehr und die sogenannten Shuffles in unseren Keyboards sind fast ausnahmslos „Swings“..........
...und echte Shuffles findet man so gut wie garnicht auf unseren Keys....
 Taktwechsel im Style ?
das braucht einem nicht Spanisch vorzukommen.....
Erklärt am Beispiel meines Styles EH8 Spanienlied (in diesem Bereich zu finden)
 
Die Mitglieder der Kölner Band  „De Bläck Fööss“ verschrieben sich schon lange vor BAP der Pop- und Rockmusik in Kölner Dialekt. Ich war regelrecht Fan dieser Gruppe und besuchte auch einige Konzerte, wenn sie denn mal in meiner Nähe spielten. Mein „Fanatismus“ wurde dann aber um die Werte immer weniger, um die sich sich die Band dem Karneval mehr und mehr näherte und dort irgendwann fest etablierte. Der Rückzug von Leadsänger Tommy Engel trug schließlich dazu bei, dass ich de Bläck Fööss „nur“ noch als sehr gute Fastelowend Gruppe betrachte.....
In der Band und als Alleinunterhalter spielte ich einige Stücke der Gruppe. Darunter auch ihren SommerhitEt Spanien-Leed“. Hier ein Notenauszug der ersten vier Vers Takte (die farblich dargestellten Bereiche dienen dabei der besseren Zuordnung in den folgenden Erläuterungen):
 Dem, der das Lied kennt oder spätestens auf den zweiten Blick fällt auf:
Zwei unterschiedliche Taktmaße!
Insgesamt 4 Pattern a  3x 5/8 Takte plus 1x 6/8 Takt bilden einen kompletten Vers.
Ein Kenner der Korg pa-Stylestruktur weiß, das diese Keyboards keine unterschiedlichen Taktmaße innerhalb desselben Styles zulassen. Und in Bedienanleitungen früherer Modelle kann man dies sogar noch nachlesen.
Da alle übrigen Songteile vom Spanienlied, also Refrain mit unterschiedlichen Variationen sowohl auch alle Übergänge im 6/8 Takt stattfinden, ist das Taktmaß mit eben 6/8teln schon mal festgelegt.
Die jeweiligen Verse des Songs sollen in Style Variation 1 gespielt werden, je Vers 15 Takte plus dem abschließenden (und überleitendem Fill).
Variante 1:
Die Variation 1 des Styles für die Verse des Spanienlieds wird mit einem einzigen Takt in 6/8teln erstellt. Die Länge von 5/8teln erreichen wir, indem wir an den entsprechenden Stellen (siehe Abbildung) punktgenau einen RESET auslösen.
Sei dies mit der rechten freien Hand oder – effektiver – über Fußschalter, der Style beginnt also nach Auslösung von Reset nach dem 5. Achtel wieder auf der „Eins“.
So könnte man sich also eine Lösung für unser „Takte Problem“ vorstellen. Ist aber aus unterschiedlichen Gründen nicht gerade prickelnd. Da gibt es besseres.....
Variante 2:
Der Style für diesen Song wird also im 6/8 Takt erstellt. Die kürzeste sich wiederholende Schleife im Vers des Spanienlieds umfasst, wie gesehen 3 Takte x 5 Achtel + 1 Takt 6 Achtel = 4 Takte  mit insgesamt 21 Achteln.
4 Takte mit je 6 Achteln sind da 3 zuviel.
Unser Vers benötigt 4 x 4 unserer krummen Pattern, aber schon nach dem zweiten haben wir 2 x 3 = 6 Achtel im Style übrig....
1 Schleife Vers Pattern enthält 21 Achtel, dann bestehen 2 Schleifen dieses Patterns aus 42 Achteln.
42 Achtel aber lassen sich einteilen in sieben 6/8tel Takte.
Mit diesem Gebilde sind wir also in der Lage, die für den Style „imaginären“ 16 Vers-Takte mit einem zweimal gespielten 7 Takte langen 6/8 Pattern zu simulieren, wobei wir sogar nach jeweils halben oder ganzen Vers auf der „Eins“ des siebten und letzten Pattern-Taktes landen und dort dann auch „Fillen“ könnten.
Und genau so habe ich es schon früher in  Roland Keyboards verwirklicht. Besser geht’s wohl nicht ?
Doch, mit Keyboards von Korg........
Variante 3:
Voraussetzung für diese Möglichkeit, einen Style mit variierenden Taktzählern zu erzeugen, ist ein Sequenzer, der die Funktion TIME STRETCHING beherrscht. Dabei werden Teile eines bestimmten Song- oder Midifile Abschnittes gestaucht oder gedehnt, nicht zu verwechseln mit „kürzen und/oder verlängern“. Man kann es eher mit der Time Funktion einer Audio Bearbeitung vergleichen, wenn es darum geht ein bestimmtes Lied schneller oder langsamer abzuspielen, ohne, dass sich dabei die Tonhöhe ändert......
Kommen wir nun zur Erstellung einer 4 taktigen Sequenz (quasi Midifile) zur späteren Erzeugung der Variation 1 für unseren Style EH8 Spanienlied.
1.Schritt
So wie hier schematisch dargestellt, erstellen wir alle in der Var 1 ben- utzten Tracks, also Drums, Bass, ACC.
2. Schritt
Alle Tracks werden an den einzelnen Taktübergängen in 4 Teile getrennt.
3. Schritt
Nun wird das Taktmaß für alle Takte einheitlich auf 6/8tel festgesetzt. Wie man sieht, ist die Sequenz (Midifile) insgesamt länger gewor- den, die erstellten Tracks also ein wenig zu kurz, genau genommen 3 Achtel zu kurz...
4. Schritt
Da wir vorher aber unser Pattern je Takt getrennt haben, sind wir jetzt in der Lage die Anfängspunkte dieser Takte auf die "neuen" Takt- übergänge zu verschieben.
Wir sehen, Takt 4 passt sogar...
5. Schritt
Nun kommt die Eingangs er- wähnte TIME STRETCHING Funk-
tion des Sequenzers an die Reihe. Damit dehnen wir die drei 5/8tel Bereiche jeweils zum Anfang des darauf folgen- den Takts.
Takte miteinander verkleben, Midifile fertig!
Wenn in dem einen Takt fünf, in dem anderen Takt sechs Achtel sind,
beide mit demselben Tempo gespielt werden,
ja, dann müssen sie doch unterschiedlich schnell klingen !!??!!??
Hier im Mastertrack des Styles legen wir das Tempo für die einzelnen Style Elemente fest, in diesem Fall also für Variation 1. Auf Position 001.01.000 steht dabei immer das für den ganzen Style festgelegte Tempo. Alles, was wir dahinter an Tempoänderungen eingeben ist relativ. Wenn also das Tempo des Styles einmal geändert werden sollte, ziehen diese Zusatzwerte im Verhältnis der Änderung mit, sehr gut !!
Der Wert für das Tempo der 5/8tel Takte errechnet sich nach einfachem umgekehrten Dreisatz:
Im Mastertrack Variation 1 wird also an Position 001.01.001 der Wert 142 und an Position 004.01.000 der Wert 118 eingegeben und wir erhalten...
...im Style EH8 Spanienlied in Variation 1 einen Ablauf wie notiert und erzielen trotz Taktmaß-Verschiebungen im Gegensatz zu Variante 2 immer die „richtige Eins“ je Takt.
Voilà !
Vielleicht noch eine kleine Bemerkung
In diesem Style sind Features wie Masterspur Einträge und CUE Mode(s) benutzt, die erst eine Erstellung in dieser Form möglich machen.
Keyboardspieler Otto Mustermann, der „nur“ mit diesem und anderen Styles dieser Art spielt und seine Freude hat, braucht diese Funktionen nicht zu kennen oder ihre Anwendung jemals zu beherrschen.
Der Ersteller solcher Styles stolpert aber oft genug über unfertige, fehlerhafte Features dieser Art und gibt darüber Anregung, auch Kritik an dafür bestimmter Stelle, beispielsweise im Korg Forum.
Meldet sich daraufhin Otto Mustermann mit „Was soll der Sch...., das interessiert hier keine S..., hört endlich mit dem Gemeckere auf...!!“, ja, dann ist der Augenblick gekommen, wo Otto Mustermann von mir zur Dumpfbacke befördert wird.............(weitere Beispiele werden zu gegebener Zeit folgen)